Ackern in Der Anstalt: Keine Befristungen!

„Scheiße, man weiß nicht, was kommt. Und noch was: Die können mit dir machen, was sie wollen“, kommentiert ein Kollege seine Lage. Ein anderer sagt: „Der Gedanke, dass du wieder entlassen wirst, fährt zwei Jahre mit“ – und das ist ein gefährlicher Beifahrer für die Gesundheit von uns Beschäftigten und der Fahrgäste.
Ein Beispiel von vor gut einem Jahr: Ein Busfahrer, der fast zwei Jahre mit uns arbeitete, bekam seinen Vertrag unbegründet nicht verlängert – getroffen wurde auch seine Familie mit zwei kleinen Kindern. Befristungen bedeuten Entrechtung. Und das zeigt sich auch bei uns. In der Freizeit Streckenkenntnis erwerben, die Ruhezeiten missachten, krank zur Arbeit kommen, solange es irgendwie gerade noch so geht – das sind Folgen solcher Lohnsklaverei.
Mitte 2011 wurde nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Deutschland ein neuer Höchststand erreicht: 2,7 Millionen Menschen haben einen Arbeitsvertrag mit Verfallsdatum – 59% mehr als vor zehn Jahren. 45% aller Neuverträge sind befristet.
Diese Verhältnisse sind nicht hinnehmbar, erst recht nicht in einem öffentlichen Unternehmen. Die Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse macht auch vor dem Unternehmen „Schwarze Null“ nicht halt, und es ist die Aufgabe von uns Beschäftigten, diese Entwicklung zu bekämpfen – das beginnt konkret im eigenen Betrieb.
Bei der Personalversammlung von VBO-Süd, setzten die KollegInnen ein Zeichen und zeigten der Praxis der Befristungen die rote(n) Karte(n). Wir als InitiatorInnen dieser ersten symbolischen Protestaktion, denken, dass weiterer Protest notwendig sein wird, um diese arbeiterfeindlichen Verhältnisse abzuschaffen.
Wir sagen: Keine Befristungen!

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