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Ackern in Der Anstalt II: Befristete Verträge führen zu Mobbing!

Seit 2001 ist die Zahl der befristeten Arbeitsverträge in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht: 2,7 Millionen Menschen arbeiten auf einem Vertrag mit Verfallsdatum.
Den Grundstein dazu hat die Kohlregierung im Jahr 1985 gelegt. Das Beschäftigungsförderungsgesetz (BeschFG) war Kernstück einer arbeitsrechtlichen Deregulierungspolitik der Kohl-Regierung mit der erklärten Absicht, Beschäftigung durch den Abbau von Schutzvorschriften zu fördern. 2001 wurde das BeschFG – in der Zeit, als SPD und die Grünen an der Regierung waren – durch das „Teilzeit- und Befristungsgesetz“ abgelöst.
Wem nützen die Befristungen?
Die Befristungen sind ein Instrument in den Händen der ArbeitgeberInnen, um die ArbeiterInnen zu spalten. Befristungen waren bei der BVG in den einzelnen Unternehmensbereichen unterschiedlich gehandhabt worden. Vor circa vier Jahren wurde zwischen dem Vorstand der BVG und dem Gesamtpersonalrat (GPR) eine gemeinsame Lösung gefunden, mit der die Befristungen in allen Bereichen auf zwei Jahre begrenzt wurden. „Der Vorstand der BVG hat dies nicht allein entschieden“, so die Worte des GPR-Vorsitzenden Lothar Stephan. Die BVG und die Tochter BT nutzen sogar die Gunst der Stunde jetzt aus, stellen BT-KollegInnen, die ihre Befristungen fast abgeschlossen haben, ein, um noch einmal zwei Jahre drauf zu packen. Also wird die Befristung faktisch auf vier Jahre verlängert! Unverschämtheit!
Befristete Arbeitsverträge bedeuten unsichere Arbeitsverhältnisse, diese machen die KollegInnen erpressbar. Wer fehlerfrei arbeitet, wer keine Fehltage hat, wer an einem freien Tag zur Arbeit kommt, wer nie Nein sagt, was verlangt wird, hat dann wohl beste Chancen, entfristet zu werden. Und alle anderen? Deshalb ist der seelische und körperliche Druck auf die befristet eingestellten Beschäftigten sehr groß. Wer unter diesen Druck arbeitet, überlegt sich wohl, sich zu organisieren. Somit schwächen die ArbeitgeberInnen auch die gewerkschaftliche Kraft!
Kann man dagegen was machen?
Ja. Die KollegInnen in der Industriegewerkschaft BAU haben gegen die Befristungen eine Kampagne gestartet. Die ver.di-KollegInnen auf dem Düsseldorfer Flughafen haben die Befristungen von 70 Prozent auf 30 Prozent senken können! Dieses Beispiel zeigt Flagge! Das Befristungsgesetz muss abgeschafft werden! Die Personalräte, aber auch die Vertrauensleute, wie auch die Aktive bei der BVG müssen sich mit diesem Thema auseinandersetzen, um dem Betrieb nicht freie Hand zu geben! Packen wir es an!

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