Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Diese Forderung ging jahrein, jahraus durch alle Gewerkschaften. Mittlerweile ist er ein wenig abgeändert worden. Die Forderung heißt jetzt: „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit am gleichen Ort!“ Eigentlich müsste es selbstverständlich sein, egal ob zwischen Frauen und Männern oder zwischen Alt- und Neubeschäftigten! Nur ein gesetzlicher Anspruch existiert leider nicht. Das zeigt uns, dass Ungerechtigkeit im Namen der Demokratie erlaubt ist.
Was bedeutet dies jedoch für uns in der BVG?
An dieser Stelle muss ein wenig in die Vergangenheit geschaut werden. Bis 2005 galt auch in Berlin für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst (ÖD) der Bundesangestelltentarif (BAT) und das Bundesmanteltarif­gesetz (BMTG). Im Zuge der Forderungen aller etablierten Parteien, den Flächentarifvertrag zu reformieren, wurde ein neues Tarifrecht geschaffen. Die Gewerkschaften im ÖD haben dagegen keinen Widerstand geleistet. Im Gegenteil: Sie haben mit den ArbeitgeberInnen zusammen das Tarifrecht „erneuert“. Dies bedeutete für viele Beschäftigte im ÖD eine Verschlechterung!
Unsere ver.di-Tarifkommission und Kommunaler Arbeitgeberverband (KAV) haben im Jahr 2005 über einen Tarifvertrag Nahverkehr (TV- N) verhandelt und sind aus dem Flächen­tarif­vertrag ausgestiegen. Ein Bestandteil des Lohnes von Altbeschäftigten wurde als Sicherungsbetrag festgehalten. Für alle Beschäftigten wurde eine Lohnuntergrenze festgelegt, was der Markt angeboten hat. Somit werden bei der BVG für die gleiche Arbeit unterschiedliche Löhne gezahlt.
Armutszeugnis für ein reiches Land!
Es ist im 21. Jahrhundert ein Armutszeugnis für unser Land und für Europa, dass in der Außendarstellung besonders für mehr Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Demokratie stehen will, aber in der Praxis ganz anders handelt. Anhand dieser Realität müssen wir uns im Klaren sein, dass wir unsere Probleme selbst in die Hand nehmen und anpacken müssen. Das Thema ist für die Gewerkschaften, deren Aktive und andere ArbeitnehmervertreterInnen sehr wichtig.
Das kann aber nicht mit den ArbeitnehmervertreterInnen verwirklicht werden, die vor ein paar Jahren Lohn­unterschiede zwischen West und Ost als ungerecht empfanden, jedoch den Ungerechtigkeiten unterschrieben haben. Es darf nicht vergessen werden, dass Entgeltungleichheit auf Dauer nicht nur den Betroffenen schadet, sondern der Gesellschaft insgesamt. Warten wir nicht auf ein Wunder von PolitikerInnen oder auf Gesetzesänderungen, die sicher nicht geschehn werden, sondern handeln jetzt!
Hierzu möchten wir auf eine Konferenz hinweisen, die von ver.di Hannover/Leine-Weser, IG Metall Hannover und der Rosa-Luxemburg-Stiftung unter dem Namen „Erneuerung durch Streik II“ in Hannover vom 2.-4. Oktober 2014 initiiert wird. Anmeldung und Programm können im Internet angefordert werden. ver.di aktiv wird auch an dieser Konferenz teilnehmen.
www.rosalux.de/streikkonferenz

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