Neuwahlen bei der Straßenbahn

Foto: privat.
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Ein Gespräch mit Jens-Peter Paschke von der Liste „ STRASSENBAHNER – Die Fahrerliste“

Wie kam es zu Neuwahlen bei der Straßenbahn?
Die ver.di-Liste stellte im PR VBS-Verkehr einen Antrag auf Selbstauflösung des Personalrates. BT-Kollegen wurden übernommen und diese sollten auch im PR mitbestimmen. Als heraus kam, dass die BT-er zwar wählen, aber nicht gewählt werden können, war schnell klar, dass es der ver.di-Liste nur um die Bereinigung derselben ging, da es Meinungsdifferenzen mit zwei Listenmitgliedern gab. Nach zweimaliger mehrheitlicher Ablehnung der Selbstauflösung des PR erzwang die ver.di-Liste mit einem Rücktritt fast aller ihrer Mitglieder Neuwahlen, da das Personalratsgremium mindestens ein Viertel seiner Mitglieder verloren hatte.
Was waren die Themen im Wahlkampf?
Neben diesem vorgeschobenen Grund für Neuwahlen ging es vorrangig um mehr Offenheit und Information, eine stärkere Einbeziehung aller Beschäftigten in die Personalratsarbeit und konsequentere Vertretung der Interessen des Fahrpersonals. Wir wollten uns nicht mehr „marionetten­artig“ von einigen Gewerkschaftsfunktionären herum kommandieren lassen.
Wie ist die Wahl ausgegangen?
Es gab grundlegende Veränderungen im PR VBS-Verkehr. Die ver.di-Liste verlor die Mehrheit. Wegen Stimmengleichheit zwischen TramTeam und der ver.di-Liste nach der Auszählung musste der 13. Platz des Personalrates per Losentscheid vergeben werden. Danach errang die ver.di-Liste fünf und TramTeam sechs Sitze. Zwei Sitze bekam die Liste „STRASSENBAHNER – Die Fahrerliste“, auf welcher auch ich kandidiert habe.
Wo sind die Differenzen und auch die Gemeinsamkeiten zwischen den Listen?
Die Differenzen liegen offensichtlich in der Auffassung, wie PR-Arbeit stattfinden soll. Wir werden kein verlängerter Arm irgendeiner Gewerkschaftsführung sein. Wir vertreten schließlich alle Kolleginnen und Kollegen. Natürlich sollen auch die Gewerkschaften demokratische Einflussmöglichkeiten auf die PR-Arbeit haben. Ein Gewerkschaftsdiktat und Diffamierung von Andersdenkenden wird es mit uns jedoch nicht mehr geben.
Was hat sich im Gremium geändert? Könnt ihr für die KollegInnen Verbesserungen durchsetzten?
Wir arbeiten im Gremium sehr offen und gleichberechtigt zusammen. Die ver.di-Liste hat wohl ihre Wahlniederlage noch nicht verkraftet und beteiligt sich nicht an der Vorstandsarbeit.
Die schon eingeleiteten Verbesserungen bei der Information (z.B. regelmäßige Info-Flyer) soll beibehalten werden. Zeitnah sollen die Kolleginnen und Kollegen aktiver in die PR-Arbeit einbezogen werden (z.B. durch Umfragen).
Für weitergehende Aussagen ist es noch zu früh. Nur so viel vielleicht: Wir können nicht alle aufgestauten Probleme auf einmal lösen und werden diese nach und nach und vor allem mit Augenmaß in Angriff nehmen.

Zur Person: Jens-Peter Paschke
Straßenbahnfahrer
Vertrauensmann ver.di
Stellvertretender Vorsitzender im PR – VBS Verkehr von der Liste „STRASSENBAHNER – Die Fahrerliste“
Ersatzmitglied im GPR von der Liste „Offene Liste“
Gründungsmitglied der Gruppe ver.di aktiv

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