Zwei Jahre im Personalrat

Foto: privat.
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Ein Gespräch mit Ekin Karaduman von der „Offene Liste“

Nach den PR-Wahlen sind fast zwei Jahre vergangen. Wie läuft es so?
In den letzten 20 Monaten waren viele Themen auf der Tagesordnung.
Du willst nicht auf alle Themen eingehen, oder?
Nein, das werde ich nicht tun! Ich möchte mich nur auf das Wesentliche konzentrieren. Die Dienstpläne sind das wichtigste Thema, welches uns ständig beschäftigt hat. Wir haben uns von Anfang an für das Thema eingesetzt, um für die Kolleginnen und Kollegen den täglichen Einsatz leichter zu machen. Ich kann nur sagen, dass wir nicht viel weiter gekommen sind. Die Block- und Sechstel-Pausen werden weiterhin sehr knapp gebaut, sodass es bei verspätungsanfälligen Linien zum Verstoß gegen die Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten kommt. Wir haben es mit Meldezetteln belegen können. Der Betrieb will nicht an den Fahrzeiten rütteln. Es wird noch viel Kraft kosten, um die großen Differenzen auszuräumen.
Welche Möglichkeiten habt ihr denn, um das Problem zu lösen?
Die Dienstpläne sind in meisten Fällen gesetzeskonform, die Realität auf den Berliner Straßen sieht anders aus. Dies will der Betrieb nicht wahrhaben. Deshalb brauchen wir weiterhin die Unterstützung von KollegInnen. Die Lenk – und Ruhezeiten müssen eingehalten werden können! Jede/r Kollege/in hat ein Anspruch auf die unbezahlte Zeit bei B30 Pausen, im vollen Umfang. Egal wie lang sie sind! Diese Zeit braucht er/sie auch, um seine/ihre Fahrfähigkeit zu behalten oder wieder herzustellen.
Bekommt ihr denn auch die erhoffte große Unterstützung von KollegInnen?
Ich habe das Gefühl, wir jammern viel. Es wird ein gemeinsames Handeln erwünscht. Aber keiner wagt, den richtigen ersten Schritt zu machen. Es muss doch einen Weg geben, um die KollegInnen zu aktivieren. Das Wichtigste dabei ist: Aufklärung! Wir müssen alles einsetzen, um die Kolleginnen und Kollegen über ihre Rechte und Möglichkeiten aufzuklären.
Das Zweitwichtigste ist die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt der Gremien. Die Personalräte und Vertrauensleute müssen sich auf das Wesentliche konzentrieren: den Kontakt mit den KollegInnen! Wir können unterschiedlich sein, verschiedene Meinungen vertreten, aber trotzdem gemeinsam auftreten und stark sein. Wenn wir diese Kunst beherrschen lernen, dann können wir auch unter den KollegInnen einen starken Zusammenhalt organisieren!

Zur Person: Ekin Karaduman
Busfahrer auf VBO Süd / Bhf. Britz
ver.di Vertrauensmann
Personalratsmitglied – VBO Süd für die „Offene Liste“
Mitglied in der Tarifkommission
Gründungsmitglied der Gruppe ver.di aktiv

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