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Interview mit Wolfgang Wendt und Erdogan Kaya, ver.di aktiv

Ihr gehört zu den Gründern der Gruppe ver.di aktiv bei der BVG. Wie war das Jahr 2014 für euch?
Wolfgang: Es war ein erfolgreiches Jahr für uns. Die Gruppe hat sich neunmal getroffen. Die Zeitung aktiv wurde dreimal herausgegeben. Die Verteil-Aktionen sind relativ gut gelaufen, auch wenn wir bei der Beteiligung noch besser werden wollen.
Als Gruppe habt ihr euch verschiedene Ziele gesetzt. Was konntet ihr realisieren?
Erdoğan: Wir haben unsere Ziele in der Gründungsurkunde dargelegt. Ein Seminar mit zehn Kollegen wurde organisiert, an der 1. Mai-Demo beteiligten wir uns mit einem Transparent „Hände weg vom Streikrecht!“, ebenso an der Protestaktion zur Verteidigung des Streikrechts zum Beginn des DGB-Kongresses „Parlament der Arbeit”. Wir haben uns mit KollegInnen von DB/S-Bahn sowie Einzelhandel und Gesundheit solidarisiert, die sich im Arbeitskampf befanden. Mit einem „Offenen Brief“ haben wir uns an den Diskussionen über den/die Nachfolger/in für den/die Gewerkschaftssekretär/in beteiligt sowie die Wähl- und Abwählbarkeit der Sekretär/innen gefordert und dafür Unterschriften unter den Kolleg/innen gesammelt.
Wolfgang: Eine Diskussionsveranstaltung unter dem Motto „Wie ist der Reichtum in Deutschland verteilt“ wurde mit circa 30 Kollegen durchgeführt, bei einer anderen Diskussionsveranstaltung zum Thema „Geflüchtete und Gewerkschaften“ mit über 70 BürgerInnen waren wir von ver.di aktiv präsent.
Wegen der Solidaritätsaktion bei S-Bahn–KollegInnen gab es in der Novembersitzung des Betriebsgruppenvorstandes eine heftige Diskussion. Könnt ihr aktiv-LeserInnen über die Gründe dieser Diskussion aufklären?
Erdoğan: Einige Kollegen von ver.di aktiv haben im Oktober die S-Bahn-KollegInnen besucht, die sich im Streik befanden. Darüber wurde in der 3. aktiv-Ausgabe berichtet. Ein kleines Solidaritätsbild war der Anlass dieser Diskussion. Uns wird vorgeworfen, dass wir damit in einer ver.di-Zeitung die Konkurrenzgewerkschaft GDL legitimieren. Ich möchte hier nochmal deutlich machen, dass wir für eine Zusammenarbeit über Gewerkschaftsgrenzen hinweg stehen. Für uns ist nicht so wichtig, wo die Kollege/innen organisiert sind. Jedoch als lohnabhängig Beschäftigte/r für ihre/seine Rechte zu kämpfen, dies ist schon von Bedeutung. Die Solidarität ist die stärkste Waffe aller Lohnabhängigen.
In fast allen Personalver­samm­lungen wurden die Befristungen als Hauptthema behandelt. Was sagt ihr dazu?
Wolfgang: Das Problem hat uns seit unserer Gründung beschäftigt. Deshalb haben wir in unseren Zeitungen aktiv dieses Thema auf die erste Seite gesetzt. Dies ist ein Problem, an dem menschliche Schicksale abhängen. Das Problem mit weitreichenden negativen Folgen wurde nicht nur in Personalversammlungen, sondern auch in verschiedenen Klausuren behandelt. Das ist ein kleiner Erfolg. Aber es fehlt immer noch ein Konzept, der verantwortlichen PersonalvertreterInnen.
Erdoğan: An den Betriebsgruppenvorstand (BGV) haben wir einen Antrag gestellt, um weitere Schritte gegen die Befristungen zu unternehmen. Das Thema wurde in die Vertrauensleuteversammlungen delegiert, so die Antwort des Betriebsgruppenvorstandes (BGV). Wie es weiter geht, werden wir alle sehen.

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