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Unterstützen wir die Kampagne gegen Befristungen bei Amazon Brieselang (BER3) !

und handeln wir zugleich gegen die Befristungspraxis bei der BVG!

Antrag zum Betriebsgruppenvorstand (BGV) der BVG am 21. Januar 2015

Die Auseinandersetzung bei Amazon ist derzeit die wichtigste Auseinandersetzung der Gewerkschaft, deren Ausgang das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit für die nächste Zeit bestimmen wird. Wie der Vorsitzenden unserer Gewerkschaft, Koll. Frank Bsirske zuletzt auch presseöffentlich richtigerweise noch einmal wiederholt hat, geht es bei Amazon um Grundsätze. Es geht darum, ob ein Konzern die Ausbeutungsbedingungen gegen den Widerstand der Beschäftigten durchsetzen und einer der größten Gewerkschaften ihre Bedingungen diktieren kann. Kurz: Es geht bei Amazon auch darum, öffentlich zu zeigen, was die Gewerkschaft überhaupt noch wert ist. Gewinnt das „System Amazon“, indem der Konzern den Einzelhandelstarifvertrag abwenden kann, wird dies ein verhängnisvolles Signal sein. Es wird jedoch umso mehr ein positives Signal sein, wenn die KollegInnen von Amazon ihren Kampf gewinnen. Dafür ist es jedoch nötig, dass ver.di als Organisation handelt. Besonders die mitgliederstarken Regimenter von ver.di, wie wir bei der BVG noch eines sind, müssen in die Schlacht eintreten, wenn wir sie gewinnen wollen. Unserem Gerede von Solidarität müssen Taten folgen, wenn wir für die Arbeitnehmer in diesem Land ein Bezugspunkt sein wollen.
Beim Amazon-Logistikzentrum BER 3 in Brieselang bei Berlin wurden zum Jahreswechsel, zum 10. Jahrestag der Hartz-Reformen, fast 1000 KollegInnen rausgeschmissen. 36 KollegInnen haben unbefristete, etwa 250 andere „Glückliche“ neue ein- bis sechsmonatige Befristungen erhalten. Auch ein aktives Ersatzmitglied des Betriebsrats wird Ende Januar aus dem Betrieb entfernt. Zynischer weise wird bereits jetzt von der Geschäftsleitung nach neuen Arbeitskräften gesucht. Die wenigen KollegInnen, die offen als Mitglieder unserer Gewerkschaft arbeiten, haben eine Kampagne gegen die Befristungspraxis gestartet „Wir wollen bleiben!“.
Auch wir als Betriebsgruppe haben der Kritik an befristeten Arbeitsverhältnissen, die sogar bei uns als Anstalt öffentlichen Rechts grassieren, in letzter Zeit viel Raum gegeben. Bei vielen Personalversammlungen wurde das Thema Befristungen behandelt oder sogar an die erste Stelle gesetzt.
Bereits 2011 haben wir wegen des Streiks bei der Charité, bzw. der CFM und Alpenland Verteilungen von Solidaritätsflugblättern organisiert. Die Betriebsgruppe sollte dies jetzt auf verstärkte Weise wiederholen und die Kampagne „Wir wollen bleiben“ durch die Verteilung von Flugblättern unterstützen. Dabei könnten wir nebenbei auch den Einsatz befristeter Arbeitsverhältnisse insgesamt und bei der BVG kritisieren und so einen Bogen schlagen, von der Auseinandersetzung unserer Gewerkschaft bei Amazon zu unser Lebensrealität und der unserer Fahrgäste. Das könnte:

  • die Kampagne gegen Befristungen bei Amazon entscheidend stärken;
  • den Kampf für den Einzelhandelstarifvertrag bei Amazon voranbringen;
  • den Druck auf unseren BVG-Vorstand erhöhen, um die derzeitige Befristungspraxis zu beenden;
  • den KollegInnen insbesondere im Fahrbetrieb zeigen, dass ver.di etwas wert ist, sie aber auch zur Beteiligung führen!

Berlin, 19. Januar 2015

Antragsteller: Jens Peter Paschke Wolfgang Wendt Erdoğan Kaya

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