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Streikwelle in Deutschland: Solidarität untereinander mangelhaft!

Das Jahr des Tarifeinheitsgesetzes, welches am 22. Mai vom Bundestag verabschiedet wurde, ist gekennzeichnet von Arbeitskämpfen in unterschiedlichen Branchen.
Bei der Charité in Berlin haben die KollegInnen Ende April erstmals in einem deutschen Krankenhaus gestreikt, um personelle Mindeststandards per Tarifvertrag zu erreichen. Im Sozial- und Erziehungsbereich gehen die KollegInnen seit Wochen auf die Straße, um eine neue Eingruppierung durchzusetzen. Dies würde eine Steigerung der Gehälter um etwa zehn Prozent bedeuten.
Die GDL kämpft seit Monaten für einen Tarifvertrag für alle ihre Mitglieder. Neben einer Begrenzung von Überstunden und längeren Schichtpausen fordert die GDL auch eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde bei vollem Lohnausgleich.
Bei der Deutschen Post AG fordert ver.di neben Lohnerhöhung eine Arbeitszeitverkürzung um zweieinhalb Stunden mit vollem Lohnausgleich. Die KollegInnen im Nahverkehr (Bus) in Brandenburg haben unter anderem auch durch Streik ihre Lohnforderungen durchgesetzt.
Die Gewerkschaften versuchen mit all diesen Arbeitskämpfen die Tarifflucht zu verhindern und prekäre Beschäftigung zurück zu drängen. Sie kämpfen für eine Arbeit, von der man leben kann und die nicht krank macht.
Obwohl alle Konflikte einen gemeinsamen Kern haben, ist die Einheit und Solidarität untereinander mangelhaft! Die GDL wird von keiner der DGB-Gewerkschaften unterstützt. Das Tarifeinheitsgesetz konnte den Bundestag passieren, weil die Spitzen der DGB-Gewerkschaften untereinander nicht einig waren, obwohl es dazu einen Beschluss gab. Diese Konflikte untereinander schwächen die Einheit und Solidarität und damit auch die Durchsetzungsfähigkeit der Gewerkschaften. Wer profitiert von diesen Konflikten? Nicht die ArbeiterInnen, sondern die Arbeitgeber, die noch mehr Profite ernten.
ver.di ist gegründet worden, um aus fünf Gewerkschaften eine starke zu machen. Bisher hat es eher den Anschein, als hätten wir uns in dreizehn zersplittert. Von Solidarität mit anderen Gewerkschaften, egal ob innerhalb oder außerhalb des DGB, ganz zu schweigen.
Es muss für uns alle klar sein: Solange wir die Einheit und die Solidarität untereinander nicht stärken, werden wir nur zusammen verlieren!

Foto: Jonas Priester / Flickr / Creative Commons.

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