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Was für eine Gewerkschaft brauchen wir?

Der Betriebsgruppenvorstand (BGV) hat in seiner Sitzung am 18. März 2015 mit einem Beschluss ver.di aktiv verboten, die Räume der Gewerkschaft zu nutzen. Der Beschluss wurde schon umgesetzt und eine Raumfrage von ver.di
aktiv im April wurde bereits abgelehnt. Wir haben auf diesen Beschluss mit einer Stellungnahme geantwortet und diese Stellungnahme an verschiedene Gremien von ver.di verschickt. In der vorliegenden Ausgabe findet ihr kurze Auszüge aus dem Beschluss und aus unserer Stellungnahme. Die ausführlichen Texte könnt ihr auf unserer Internetseite lesen.
Worum geht es bei dieser Auseinandersetzung?
Bei dieser Auseinandersetzung geht es darum, wie Gewerkschaftsarbeit verstanden und umgesetzt wird! Bevor wir unsere Sichtweise darlegen, möchten wir näher erörtern, wie die Gewerkschaftsarbeit bei der BVG zumindest bisher funktionierte. Alle vier Jahre finden Organisationswahlen statt. Auf jeder Dienststelle werden Vertrauensleute* gewählt. Die gewählten Vertrauensleute bilden die Vertrauensleuteversammlungen (VLV). Diese Versammlungen entsenden wiederum Vertrauensleute in verschiedene andere Gremien, wie z.B. Tarifkommission, Betriebsgruppenvorstand usw.
Alle diese Gremien kommen mindestens einmal im Monat zusammen. Diskussionen über betriebliche und überbetriebliche Themen mit den Mitgliedern finden kaum statt. Mit der Zeit sinkt das Interesse vieler der gewählten VertreterInnen an ihrer Aufgabe. Die Versammlungen finden in kleineren Kreisen statt. Die praktische Solidarität mit anderen Bereichen findet eigentlich gar nicht statt. Die Unterstützung der Bildungsarbeit unter den Vertrauensleuten und Mitgliedern ist mangelhaft.
Wir wollen die Gremium- Arbeit ergänzen und stärken!
Dies wollen wir durch mehr Diskussionen über betriebliche und überbetriebliche Themen tun! Wir haben schon zwei Diskussionsveranstaltungen über Themen wie, „Wie ist das Reichtum verteilt“ und „Streikrecht verteidigen“ organisiert, wo Kolleginnen und Kollegen teilgenommen haben. Wir wollen, dass mehr praktische Solidarität mit anderen Bereichen ausgeübt wird! Wir wollen, dass die Aktiven und auch andere bei der Bildungsarbeit aktiv unterstützt werden.
Wir wollen, dass die KollegInnen mobilisiert, aktiviert und politisiert werden. Kritik soll zur Verbesserung der Vertrauensleutearbeit dienen. Wir wollen möglichst alle Interessierten einbinden und bisher desinteressierte Mitglieder aktivieren. Wir setzen uns für eine aktive, demokratische und kämpferische Gewerkschaft ein. Nur mit einer aktiven Basis können wir die Herausforderungen der heutigen Zeit meistern. Nur so können wir unsere Forderungen durchsetzen. Nur so werden wir zu einer Alternative für viele Nicht-Mitglieder!
Wir haben mit dieser Haltung zu einigen kleineren mutigen Schritten beigetragen. Seit Monaten ist das Thema „Befristung“ TOP 1 in allen gewerkschaftlichen Gremien bei der BVG. Als wir 2013 mit einer Aktion gegen die Befristung in der Personal­versammlung VBO Süd begonnen haben, haben viele KollegInnen uns skeptisch angeguckt. Wir haben in jeder Ausgabe von aktiv das Thema auf die Titelseite gesetzt. Wir haben mit vielen KollegInnen darüber diskutiert. Wir freuen uns sehr, dass das Thema in allen Gremien angekommen ist und werden nicht locker lassen, bis die Befristungen bei der BVG abgeschafft sind.
ver.di aktiv ist eine Basisgruppe und steht strukturell zu keinem Gremium in Konkurrenz. Wir werden uns weiterhin für die Grundsätze der Gewerkschaftsarbeit aktiv einsetzen. Wer uns mundtot machen will, stellt sich gegen die Grundsätze der Gewerkschaft! Deshalb fordern wir den Betriebsgruppenvorstand auf, seinen undemokratischen Beschluss zurück zu ziehen!
* Vertrauensleute sind von den Gewerkschaftsmitgliedern gewählte GewerkschaftsvertreterInnen vor Ort.

Foto: GewerkschafterInnen von ver.di, GEW und GDL gemeinsam solidarisch mit den Kita-Streiks.

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