Zum Thema „Pünktlichkeit“

In der vierten Ausgabe des Blattes „Bus TeamNEWS – Neuigkeiten aus dem Verkehrsbereich Omnibus (VBO)“ wurde das Thema „Pünktlichkeit“ auf den Titel gesetzt. Nach der Aussage des Bereichsleiters Martin Koller sind 87 Prozent der Busse pünktlich. Der Bereich will die Pünktlichkeit bis Jahresende um einen Prozentpunkt verbessern. Ein ehrgeiziges Ziel, könnte man sagen!
Im selben Blatt werden folgenden Probleme festgehalten, die zur Unpünktlichkeit führen: Staus, zugeparkte Haltestellen und Busspuren, volle Busse, die großen und kleinen Bedürfnisse der Fahrgäste. Um die Pünktlichkeit einen Prozentpunkt zu verbessern, werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: 1. Intensiver Einsatz von Mitarbeitern an Knotenpunkten (Zoologischer Garten, HBF und Alex); 2. Fahrzeitenverteilung wird untersucht; 3. Stammlinienkonzept wird erweitert…
Was aber paradox an der Sache ist: Keine der vorgeschlagenen Maßnahmen ist geeignet, das Problem im Kern zu lösen. Vielmehr wird der Druck auf die KollegInnen weiter erhöht, um pünktlicher zu fahren. Obwohl dies in einer Stadt wie Berlin fast unmöglich ist. Wie aber ist es trotz der schlechten Rahmenbedingungen möglich, dass so ein hoher Wert von 87 Prozent überhaupt zu Stande kommt? Vor allem in einer Stadt, die sich wirtschaftlich, kulturell und sportlich ständig weiter entwickelt.
Was ist der Preis für die Pünktlichkeit?
Die kurzen Wendezeiten werden für den Ausgleich der Verspätungen geopfert. Die KollegInnen kommen zu spät zur Endhaltestelle, fahren dann sofort wieder los, um den Fahrplan einzuhalten. Die kleinen und großen Bedürfnisse der BusfahrerInnen werden vernachlässigt. Oft wird die STVO in puncto Geschwindigkeit überschritten. Die KollegInnen kommen in ihrer Blockpause zur Ablösung. Die Lenk- und Ruhezeiten werden missachtet, weil KollegInnen nicht auffallen möchten. Nur so ist es möglich, diesen hohen Wert zu erzielen. Also den Preis für die Pünktlichkeit zahlen die KollegInnen mit ihrer Gesundheit. Dabei gefährden sie sich selbst und unter Umständen auch die Fahrgäste.
Was die KollegInnen brauchen, sind erfahrbare Durchfahrzeiten und längere Wendezeiten, die der Erholung dienen und nicht nur dem Ausgleich der Verspätungen! Der Mensch – in diesem Fall sind es die Fahrerinnen und die Fahrer – muss im Vordergrund stehen und nicht die Einhaltung des Fahrplanes! Haltet die Gesetze und Vorschriften ein, um euch selbst und alle anderen nicht zu gefährden!

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