Aus den Personalversammlungen

In den letzten Monaten wurden auf allen Dienststellen der BVG Personalversammlungen durchgeführt. Im Fahrbereich war die Beteiligung eher gering. In einigen Bereichen wurden die Freistellungsanträge nicht genehmigt, weil Personalmangel herrschte.

Der Vorstand glänzte wieder einmal mit guten Zahlen. Die BVG hat mehr AbonnentInnen bekommen. Die Fahrgeldeinnahmen steigen. Bei den Fahrgastzahlen wird die BVG die Milliardengrenze noch in diesem Jahr erreichen. Die BVG hat dieses Jahr 17 Millionen Euro Plus gemacht. Die Pünktlichkeit stimmt. Die Fahrzeugverfügbarkeit ist OK. In der Technik läuft alles einwandfrei.

Die Fahrgäste sind zufrieden. Der Senat ist zufrieden. Der Vorstand ist zufrieden. Alles läuft nach Plan.

So klang es in den Aussagen der Vorstandsmitglieder, BereichsleiterInnen und DienststellenleiterInnen.

Ist wirklich alles Gold, was glänzt?

Je tiefer man in der Hierarchie bei der BVG heruntergeht, desto schlechter wird die Stimmung. Die an der Basis, die für die guten Zahlen zuständig sind, müssen dafür einen hohen Preis zahlen! Die Fahrzeiten sind teilweise nicht erfahrbar! Die Wende- und Kehrzeiten sind sehr oft zu kurz. Die Pausenräume sind, trotz Verbesserungen in einigen Dienststellen, in einem traurigen Zustand. Viele Kolleginnen und Kollegen verbringen ihre Blockpausen im Freien.

Im Busbereich, im U-Bahnbereich, bei der Straßenbahn und in der Technik fehlt Personal. Die Leistung muss mit Überstunden abgedeckt werden. Viele KollegInnen und Kollegen arbeiten bis zum Umfallen, somit wird die Gesundheit massiv aufs Spiel gesetzt.

Wir haben alle einen verantwortungsvollen Job. Dieser wird jedoch nicht entsprechend finanziell honoriert. Auch deshalb werden Überstunden gemacht. Im „Frei“ klingelt das Telefon mit der Bitte, zusätzliche Dienste zu fahren. Die KollegInnen, die in einer Befristung stehen, machen fast alles, was der Betrieb verlangt. Teilweise fahren sie auch mit hohem Fieber, um sich keine Fehltage zu leisten. Sie fühlen sich als Entrechtete!

Alles in allem werden die Arbeitsbedingungen nicht dem angepasst, was in der Stadt Berlin mit ständigen Baustellen, Umleitungen, Staus sowie teilweisen „schwierigen“ Fahrgästen zu leisten ist.

Seit Einführung des TV-N im Jahre 2005 sind circa 7.000 KollegInnen hinzugekommen, das bedeutet, dass ebenso viele das Unternehmen verlassen haben. Die BVG sparte durch Wegfall des Sicherungsbetrages und der Differenz der Stufenregelung bisher rund eine halbe Milliarde (500.000.000,-) Euro. Und jetzt jeden Monat rund 6,3 Millionen, Tendenz steigend. (Eigenrecherche).

Sehr verehrte Vorgesetzte, sehr verehrte Vorstandsmitglieder,

die Negativliste ist noch länger. Aber es reicht! Sorgen Sie dafür, dass die KollegInnen an den guten Zahlen ihren gerechten Anteil bekommen. Sorgen Sie dafür, dass wir vernünftige Arbeitsbedingungen haben. Gute Arbeit braucht gute Arbeitsbedingungen!

Wenn Sie an die Gesundheit ihre MitarbeiterInnen denken, dann unternehmen Sie etwas, so dass die KollegInnen gesund bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten können.

Mit dem Lohn, den wir bei der BVG verdienen, erwartet uns in Zukunft Altersarmut! Sorgen Sie dafür, dass die KollegInnen den Lohn erhalten, der nach ver.di-Angaben nicht unter Brutto 2.500,- Euro monatlich liegen darf, um später nicht in Altersarmut zu kommen.

Dann sind auch diejenigen zufrieden, die es verdienen!

Ein Gedanke zu „Aus den Personalversammlungen

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