Deutsches Rentenrecht Altersarmut vorprogrammiert!

von Wolfgang Wendt, Busfahrer

Das deutsche Rentenrecht ist etwas kompliziert aufgebaut, jedoch ist auch eine einfache Definition sinnvoll.

Rentenrecht, dies befasst sich in der Hauptsache mit fünf Begriffen: Rentenwert, Entgeltpunkte, Durchschnittsentgelt, Zugangsfaktor und Rentenfaktor. Zugangsfaktor hat etwas mit Zu- und Abschlägen zu tun, Rentenfaktor ist die Art der Rente, beides nehmen wir mit dem Wert 1 an. Die monatliche Rentenhöhe wird wie folgt berechnet: Rentenhöhe = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert x Rentenfaktor!

Die erste interessante Beleuchtung betrifft die Entgeltpunkte. Sie sind entscheidend für die eigene Rentenhöhe. Sie errechnen sich grundsätzlich aus dem eigenen Arbeitsentgelt (Brutto). Die Grundlage der Berechnung bildet jedoch das Durchschnittsentgelt. Hier wird das Arbeitsentgelt aller Arbeitnehmer*innen zu einem gesamten Durchschnitt berechnet. Bei dieser Berechnung bleiben außen vor: Beamte, Politiker, Künstler, andere hochbezahlte Leute. Dieses Durchschnittsentgelt beträgt 2016 genau 36.267 € – also eine Steigerung um circa 3,63% im Vergleich zum Vorjahr.

Vor diesem Hintergrund ist der Tarifabschluss bei der BVG 2016 mit 2,5 Prozent als fast nichts anzusehen, aber auch die gesamte Entgelttabelle der EG 1 bis EG 7. Also 1 Entgeltpunkt für ein Jahresgehalt von 36.267 € – wer von den TV-Eingestellten hat dies?

Rentenwert drückt den Betrag aus, der der monatlichen Rente für einen Entgeltpunkt entspricht. Dieser wird regelmäßig von der Rentenstelle angepasst und liegt derzeit im Osten bei 27,05 € und im Westen bei 29,21 €.

Dies heißt im Klartext, wer 45 Jahre ein Durchschnittsentgelt erhalten hat, hat nach 45 Jahren 45 Punkte x 29,21 € = 1.314 € Brutto. Abzüglich 11% für Sozialversicherung ergibt 1.169 € Nettorente!

Schaut man sich den aktuellen Monatslohn, ab Jan. 2016 bei der BVG an, EG 5,Stufe 1, 39 Wochenstunden: Dieser beträgt € 2.012. So erhält ein Beschäftigter für das Jahr 2016 sage und schreibe 0,6657 Entgeltpunkte für seine Rentenberechnung.

Im neuen Signal wird vieles schön geschrieben, jedoch leider Gottes, auch gut sportlich in Watte gepackt. Um seine eigene Berechnung muss sich jeder selbst bei der Deutschen Rentenversicherung (Fehrbelliner Platz 5, 030/86888-0) erkundigen.

Sind die Flüchtlinge schuld?

Ich hörte, dass Flüchtlinge Schuld an den niedrigen Renten sein sollen. Als Grund wird das Nicht-Einzahlen in die Rentenkasse genannt.

Das heutige gesetzliche Rentensystem in Deutschland ist 1881 von Bismarck ins Leben gerufen worden. Am 9. November 1989 wurde das Rentenreformgesetz verabschiedet – wegen seines Inkrafttretens zum 1. Januar 1992 auch »Rentenreform 1992« genannt. Es fasst die Altersbezüge von Arbeiter*innen und Angestellten zusammen.

So zahlen alle, die Einkommen haben, in die Rentenkasse ein. Weil das Gesetz bereits für die im Ruhestand lebenden Menschen gilt, wird der Begriff „Umlage“ angewandt.

Inzwischen hat sich durch Rationalisierung das Verhältnis von Arbeiter*innen und Rentner*innen zu Ungunsten der Einzahler*innen in die Rentenkasse verändert. BVG-Altbeschäftigte dürften noch wissen, dass wir zur Fusion BVB/BVG 1992 circa 28.000 Mitarbeiter*innen (also Einzahler*innen) hatten, heute nur circa die Hälfte.

Im Jahre 2002 unter der Schröder-Fischer-Regierung wurde das deutsche Renten­system unter dem Wort „Nachhaltigkeit“ reformiert. Durch Einführung des Punktesystems (siehe Artikel oben) sinkt das Rentenniveau bis 2020 auf 46 Prozent und bis 2030 auf 43 Prozent.

In der gesamten Nachkriegszeit, bis kurz nach Antritt der rot-grünen Bundesregierung (1998-2005) betrug der Spitzensteuersatz 56% bzw. 53%. Danach wurde er auf nunmehr 43% gesenkt. Dies bedeutet jährliche Mindereinnahmen von etwa zehn Milliarden Euro (auch in die Rentenkasse).

Nun eine Runde Rechnung: Wenn 15 Millionen Rentner*innen im Durchschnitt 500 € monatlich mehr bekommen würden, wäre dies vom Renteneintrittsalter 63 bis zum 80. Lebensjahr eine geschätzte Summe von 1,5 Billionen €.

Das reichste Tausendstel der Bevölkerung (etwa 40.000 Haushalte) besitzt heute ungefähr 17% des gesamten Privatvermögens, dies sind 1,5 Billionen Euro.

Welche Schuld tragen Flüchtlinge an der deutschen Rentenpolitik?

Ja, es gibt Flüchtlinge, die uns teuer zu stehen kommen: nämlich die Steuerflüchtlinge! Bekanntgewordene Steuer-CDs belegen dies eindeutig!

Ein Gedanke zu „Deutsches Rentenrecht Altersarmut vorprogrammiert!

  1. Hallo,
    ich weiß nicht genau, ob ich hier richtig bin. Denn ich bin Erwerbsminderungsrentner und meine Frau bekommt (wegen ebenfalls voller Erwerbsminderung) “nur” eine sogenannte Grundsicherung, die beim Landkreis Cuxhaven auch Sozialhilfe genannt wird und weil ich eine Rente bekomme, erhalten wir zusammen diese Grundsicherung, wobei meine Rente in vollem Umfang angerechnet wird. Unser gemietetes Einfamilienhaus wird nach meinen Recherchen ebenfalls falsch berechnet und nach Rückfragen beim Sozialamt wird mir mitgeteilt, dass man die genaue Berechnung nicht bekannt geben könne.
    In diesem Jahr haben wir einige Anträge auf Beihilfen (wie diese auch im Gesetz stehen) gestellt. Doch wurden diese immer wieder abgelehnt. Schlimmer noch, so kam eines Tages der Amtsarzt auf unser Grundstück, lief dort herum und steckte ein Schreiben in den Briefkasten. Am anderen Tag habe ich dort angerufen, wobei dieser aussagte, dass wir ja nicht mal zu Hause waren und deshalb hätte er uns angeblich gesucht. Er fragte mich daraufhin am Telefon aus, wo wir gewesen wären und ich teilte ihm mit, dass ihm das nichts anginge.
    Unsere Rechtsanwältin sagte mir, dass ich gegen den Landkreis wohl keine Chancen haben würde.
    Wir sind schwerbehindert: haben Burnouts gehabt, ich habe einen Herzinfarkt gehabt, Sehstörungen, Geh- und Stehbehinderung, Astma, ständige Schmerzen. Meine Frau ist einäugig blind, hat Depressionen, einige Traumata durchlebt, hat Magen-Darmprobleme, eine Pfählverletzung als Kind gehabt, ständige Ängste, und anderes mehr.
    Daraufhin wurden wir einige Jahre bei der Lebenshilfe beschäftigt und als wir einigermaßen fit waren, haben wir uns mit einem Fahrradservice nebenberuflich selbstständig gemacht. Dies war und ist die beste Therapie für uns (dies sagen auch unsere Fachärzte). Doch der Amtsarzt sagt, dass wir weiterhin Therapien durch die Krankenkasse machen sollten. Auch weiß dieser genau, was das Beste ist. Er kennt uns durch Aktenlesen, unter andeem hat er sich auch Zugang zu Akten aus dem Jugendamt verschafft und uns vor einiger Zeit diese auch zu Grunde gelegt, um weitere Anträge zu blockieren.
    Und trotz alledem glauben wir unseren Fachärzten (selbst Fachärzte, die uns nicht kennen (wir haben auch Ärzte gewechselt) sagen aus, dass wir weitermachen müssen, damit wir die Depressionen im Griff haben und damit Verschlimmerungen verhindern können.).
    Ich würde sehr gerne mit anderen Menschen auf die Straße gehen, um mal richtig Proteste dagegen und gegen Armut mitzumachen

    Bitte unterstützen auch Sie uns dabei, danke

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