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Dienstkleidung bei der BVG: Stimmt jetzt gegen das Angebot!

Die ver.di-Tarifkommission hat in ihrer Sitzung am 5. September beschlossen, mit einem abschließenden Verhandlungsergebnis zum TV Pauschal­entgelt/Dienstkleidung die ver.di-Mitglieder zu befragen. Bei der Befragung geht es nur um Annahme oder Ablehnung!

Was ist das Angebot?

Die Kolleg*innen werden weiterhin Dienstkleidung tragen. Die Dienstkleidung wird kostenfrei online bestellt. Es gibt 80 Euro monatlich für Dienstkleidungsträger*innen und 90 Euro monatlich für Dienstkleidungsträger*innen mit Kassenmodul.

Wenn wir das Angebot akzeptieren, werden wir folgende Ansprüche verlieren:

  • Die Zeiten rund um das Abholen der Dienstkleidung,
  • Das An- und Ablegen der Dienstkleidung mit etwaigen Wegezeiten (Umkleidezeiten),
  • Die allgemeinen Belastungen durch das Tragen von Dienstkleidung und Ausrüstungsgegenständen auf dem Arbeitsweg,
  • Bezahlte Pausenzeit (die Dienstkleidung und Ausrüstungsgegenstände werden auch in der Pause getragen und mitgeführt)
  • Wegfall der Kassenabgabezeiten

Die ver.di-Tarifkommission findet den Kompromiss fair!

Wir sagen: Das ist kein fairer, sondern ein fauler Kompromiss!

Es geht um viel mehr, als das, was sie uns anbieten! Im BAG Urteil (BAG 17.11.2015 – 1 ABR 76/13) ist deutlich formuliert, dass es um das Tragen von Dienstkleidung auf dem Weg von und zur Arbeit geht. Wir haben die Position, dass das Angebot des Vorstands nicht zum Urteil des BAG passt. Insbesondere gibt es bei diesem Angebot keine Klarheit darüber, inwieweit eine Regelung getroffen wird, den Pausenabzug zu kompensieren. Das Tragen der Dienstkleidung ist laut BAG Arbeitszeit, dementsprechend ist die Pause bei Dienstkleidungsträger*innen eigentlich unbezahlte Arbeitszeit.

Eine allgemeine Abgeltung durch eine bestimmte Summe umgeht das eigentliche Anliegen dieses Urteils. Da muss deutlich nachgebessert werden. Vor allem die Zeiten für die Kassenabgabe waren kein Thema! Was uns auch etwas irritiert, ist die Tatsache, dass ein abgeschlossenes Verhandlungsergebnis plötzlich da ist und entschieden werden soll. Hier wird das Pferd von hinten aufgezäumt.

Wir sind für offene Verhandlungen mit Mitglieder- und Basisbeteiligung!

Die Mitglieder wurden in die Diskussion und zur Bildung der Forderungen nicht eingebunden, obwohl schon seit Wochen und Monaten über das Thema diskutiert und verhandelt wurde. Es stand ein Eckpunktepapier im Raum, über dessen Inhalt nur bestimmte Personen bescheid wussten. Wir wussten überhaupt nicht, worüber in welchem Rahmen verhandelt wird.

Gleich nach der ersten Verhandlungsrunde wird das Angebot mit einer kleinen Drohung zur Annahme gestellt! Auch wenn das als Mitgliederbefragung verkauft wird – das ist nicht demokratisch!

Schluss mit dem Gegeneinander-Ausspielen der BT- und BVG-Kolleg*innen!

Seit der Gründung der BT werden die Beschäftigten gegeneinander ausgespielt. Auch in dieser Frage wird das gleiche getan. Erst hat der Betrieb die Dienstvereinbarung bei der BT gekündigt, um die Beschäftigten bei der BVG unter Druck zu setzten.

Alle Arbeitnehmergremien von BT und BVG sollten zusammenarbeiten und eine gemeinsame Lösung für Alle erreichen!

Deshalb fordern wir alle Kolleg*innen auf, den Kompromiss abzulehnen!

Wir wollen neue und vor allem offene Verhandlungen unter Beteiligung aller Kolleg*innen! Dies in einem Zeitrahmen von vier Monaten, damit alle Kolleg*innen die Möglichkeit erhalten, an den Versammlungen teilnehmen zu können.

Foto: kevin foley / Flickr / Creative Commons

7 Gedanken zu „Dienstkleidung bei der BVG: Stimmt jetzt gegen das Angebot!

  1. Bevor Ihr das Kreuz bei der Abstimmung Dienstkleidung ja/nein setzt, denkt bitte ganz genau darüber nach.

    1.) wie kann es sein, dass nach meiner Rechnung, Verdi über gerade mal 37% Zuschuss verhandelt, wo uns rechtlich 100% zu stehen?
    Fahrweg 2x30min/ 22 Arbeitstage/ Stundenlohn 12,04€ = 264,88€ im Monat
    bei 232 Arbeitstage im Jahr = 2.793,28€
    Abrechnung Kasse 4x15min = 12,04€ im Monat; = 144,48€ im Jahr
    Weg Modeinstitut 2x60min+30min Aufenthalt = 30,10€ im Jahr
    Gesamt im Jahr = 2.967,86€
    Angebot der BVG = 1.080€ (somit 36,39% vom rechtlichen Anspruch)

    2.) bekommen Neukollegen dann mehr als 90€, da ja bei Altkollegen die
    4 x Abrechnung im Sicherungsbetrag enthalten sind?

    3.) wieso lässt sich Verdi von der BVG so erpressen, dass dann Dienstkleidung komplett gestrichen wird, wenn wir dagegen stimmen? Warum geht Verdi nicht an die Öffentlichkeit, um damit die BVG unter Druck zu setzen? Hat Verdi der BVG auch die negativen Begleiterscheinungen erläutert, dass es zu mehr Vandalismus, Beschädigungen und Verschmutzungen der Fahrzeuge und Betriebseinrichtungen kommt, wenn die Kollegen nicht mehr als BVG-Angehörigen bzw Betriebsaufsicht zu erkennen sind. Das die ohnehin schon geringe Identifikation der Kollegen mit dem Unternehmen weiter sinkt? Das Übergriffe auf Kollegen zu nehmen werden, sollte z.B. ein Kollegen im Privatoutfit ala Jürgen von der Lippe und kurze Hose nach hinten ins Fahrzeug gehen, um Betriebsordnung herzustellen?

    4.) Sind längere Vorbereitungszeiten vereinbart, da wir als Fahrer fehlende Dokumente heraussuchen und in die Fahrzeugmappen einsortieren müssen bzw. die Fahrzeugmappen kontrollieren müssen, dass alle Dokumente vorhanden sind?

    5.) Sollte die BVG auf Onlineversand umstellen, wie kann ich die Mehrzeit verbuchen, wenn ich das Paket von der Post abholen muss, wenn ich eine Falschlieferung oder nicht passende Dienstkleidung zurückliefern muss?
    Wie verhält es sich mit der Mehrzeit bei der Abrechnung vor dem Urlaub, wenn ich vom Ablösepunkt extra noch einmal zum Hof muss? Lt. Vereinbarung wären diese Zeiten ebenfalls abgegolten.

    Ich habe den Eindruck, dass Verdi diesen “fairen Kompromiss” am liebsten absegnen möchte. Wir haben es selber in der Hand, dass diesmal nicht über unsere Köpfe entschieden wird. Lasst Euch nicht unter Druck setzen, denn die BVG hat einen immensen Imageschaden zu befürchten, sollte die Dienstkleidung abgeschafft werden.
    Dies ist eine schleichende Arbeitszeitverlängerung auf unserem Rücken, weil einfach zu wenig neues Fahrpersonal eingestellt werden kann. Und warum ist dies so? Weil das Grundgehalt kein Anreiz für neues Personal ist. Also mein Kreuz wird eindeutig bei NEIN gesetzt, weil sich endlich bei der Arbeitszeit und bei dem Gehalt deutliche Verbesserungen eingeleitet werden müssen.

  2. Was soll ich dazu sagen, genau so lief es 2005. Mitglieder von Verdi stimmten über einen Vertrag ab, und nur diese, den Sie nur zum kleinsten Teil kannten, aber nachher rühmte sich Verdi, was sie tolles erreicht haben. “Wer einmal lügt dem glaubt man nicht”, welch ein Sprichwort.

  3. Aus dem Brief des Gewerkschaftssekretärs an Ver.di Mitglieder hier einige Zitate mit eigenen Anmerkungen!
    Zitat: „Im Sinne der Beschäftigten, als auch der wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen eine Pauschalabgeltung zu tarifieren.“ Dann ist ja wohl das Hauptinteresse der BVG die wirtschaftliche Seite. Die Kolleginnen und Kollegen stehen hier klar hinten an, denn in einer weiteren Passage kommt dies ganz unverfroren und klar zum Ausdruck. Zitat: „Eine Abgeltung in Form von Zeit wurde durch die Arbeitgeberseite entschieden abgelehnt, weil derzeit und auf absehbare Zeit nicht genügend neues Personal rekrutiert werden kann und somit die Fahrleistung in Schieflage geraten würde.“ Klarer ist das wirtschaftliche Interesse nicht auszudrücken. Wie ist es zum Arbeitskampf in 2008 gelaufen ? Für den Notfahrplan wurden viele fremde Firmen mit Fahrpersonal rekrutiert. Eine faule Ausrede ist dies. Eine Ablehnung der Arbeitgeberseite, dieses Urteil nach dem Sinn umzusetzen und das einknicken der ver.di-Tarifkommission steht bezeichnend für eine Sozialpartnerschaft, wobei Arbeitgeber und Gewerkschaftsfunktionäre die gleiche Sprache sprechen. Mit dieser Mitgliederbefragung und deren evtl. Mehrheiten verwehren wir uns ein für allemal die Anrechnung der unbezahlten Anteile von Dienstbeginn bis Dienstende! Dies führt unweigerlich zu mehr Fahrleistung, Tag für Tag und Monat für Monat und Jahr für Jahr! Wer kontrolliert schon seine unbezahlten Anteile im Dienst?
    Der Arbeitgeber verlängert fast unbemerkt um 7 min. die unbezahlte Zeit, also 7 x 22 Arbeitstage = 2,6 Std. x 12,04€ = 31,30 €
    Verhandlungsergebnis: 90€ Brutto im Monat – 31,30 € = 58,70 € !
    Zitat: „…… ggf. fallen auch höhere Kosten durch den Verschleiß der privaten Kleidung im Dienst an.“ Also, geht es gar nicht nur um Wegezeiten? Ja,richtig! BAG 1 ABR 76/13 > Rn 3 „Die Dienste des im Personennahverkehr eingesetzten Fahrpersonals beginnen und enden fahrplanbedingt nicht nur auf den Betriebshöfen der Arbeitgeberin, sondern auch an Haltestellen im Streckennetz.“
    Minutenabzug (unbezahlte Anteile) 1466 min. in 50 Arbeitstagen = 29,32 min. also 30 Min. mal 22 Tage = 660 Minuten = 11 Std. x 12,04€ = 132,44€ Brutto im Monat!
    Verhandlungsergebnis: 90€ Brutto im Monat ! Mit Speck fängt man Mäuse! Der Speck stinkt gewaltig!
    Diese Rechnungen sind nur ein Paradebeispiel, das andere Kolleg*innen, außerhalb der Tarifkommission und Verhandlungskommission und und und auch rechnen können! Was passiert bei Zustimmung: „Friede, Freude, Eierkuchen, die Ver.di sind die Größten! und andererseits bei Ablehnung: ach du lieber Himmel, dann weiß die Tarifkommission, die Verhandlungskommission und alle die dazu gehören, nicht mehr weiter. Das Drohgebärde: Zitat: „….private Kleidung tragen, wobei nicht nur der Steuervorteil durch die Reinigung wegfällt, ….“ „1 ABR 76/13 >Rn31 …… . Die Möglichkeit einer Zuordnung zu einem bestimmten Arbeitgeber besteht auch bei einer unauffälligen Farbgestaltung der Dienstkleidung, wenn auf dieser ein Emblem oder Schriftzüge angebracht sind, …… nur auf deren Erkennbarkeit an.“ Zu Deutsch. Private Kleidung mit erkennbarem Schriftzug oder Logo einer bekannten Firma wird als Dienstkleidung definiert. Wo fällt da ein Steuervorteil weg?
    Die Frage, wie ist das Angebot zu bewerten, kommt folgendem gleich! Liebe Kinder, ich erkläre euch nun die Funktionsweise des Sandmannes und vor allem, warum er einigen Leuten Sand in die Augen streut! Die Alternative heißt: Ein demokratischer Willensbildungsprozess entsteht aus Diskussionen und Veranstaltungen, von den Kolleg*innen eigenständige Forderungen in dieser Angelegenheit entwickeln können, sowie deren Umsetzung in Beteiligung mit den Kolleg*innen! Und wenn dies bei uns mal stattfinden würde, dann wird ein anderes Bild von unserer Gewerkschaft Ver.di vermittelt.
    Wer den Kampf nicht scheut, der verzichtet freiwillig auf den Speck!

  4. Verarsche, ver.di ist eine einzige Verarsche. Nach einer Gehirnwäsche nach der Einstellung in der Anstalt bin ich gleich wieder ausgetreten aus dem Drecksladen. Spätestens nachdem ich in Erfahrung gebracht hab, was diese wunderbare Gewerkschaft 2005 für uns neue Arbeitnehmer so erkämpft hat. Zum kotzen. Und dann rühmen die sich mit 2% Gehaltserhöhung jährlich. Wieviel Prozent sind die denn 2005 runter gegangen? Vermutlich wird es in 20 Jahren mal auf dem Stand von 2004 sein.
    Mit wieviel Prozent der Gehaltserhöhung gehen die Spinner eigentlich in die Tarifverhandlungen? “Ach komm, wir haben einen guten Tag, fordern wir mal 4 Prozent mehr Lohn.” 50 Euro Netto mehr im Monat reicht doch … dass der Reallohn dabei aber -30 Euro (MINUS 30 Euro) beträgt wird außer acht gelassen.
    Dass solch eine arbeitnehmerfeindliche Gewerkschaft nicht verboten gehört ist mir ein Rätsel …
    Und wagt es nicht mir noch mal irgendeinen beschissenen Flyer zukommen zu lassen, ich soll doch Mitglied werden!

    1. edit
      Ich bin ja echt gespannt, was nächstes Jahr in den Tarifverhandlungen rauskommst. Vielleicht ja mal 2,5% mehr Lohn, immerhin muss man der BVG ja Zucker in den Arsch blasen und Nikuttas 11%ige (3000€) Gehaltserhöhung finanzieren.
      Mein Gott, bei dem Gedanken an 2,5% wird man ja ganz feucht, vielleicht kann ich mir dann mal innerhalt drei Jahren einen Urlaub zusammensparen.

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