Im größten ÖPNV-Unternehmen in Deutschland

Die Berliner Verkehrsbetriebe sind das größte ÖPNV-Unternehmen in Deutschland. Zu ihm gehören zehn U-Bahn-, 22 Straßenbahn- und über 200 Buslinien. Letztes Jahr durchbrach die Zahl der Fahrgäste die Milliardengrenze. Zusammen mit den Kolleg*innen der DB-Nahverkehrstöchter (S-Bahn und DB-Regio) sorgen wir BVG-Arbeiter*innen für die Mobilität der Berliner*innen.

Doch über unserer Belegschaft wurde von Seiten des (insbesondere rot-roten) Senats und des Vorstands eine Sparorgie durchgezogen. Unsere Zahl wurde seit Anfang der 1990er auf circa 11.000 halbiert, das Bahnhofspersonal abgeschafft. Reiniger*innen, Werbeleute, auch ein großer Teil des Fahrpersonals wurden ausgegliedert. Wartungsintervalle der Fahrzeuge und Lenkzeiten der Fahrer*innen werden in die Länge gezogen. Prekarisierung ist keineswegs ein Fremdwort bei der Anstalt des öffentlichen Rechts. Befristungen sind ein großes Thema.

2005 wurde die BVG aus dem öffentlichen Dienst herausgezogen und ein (Berliner) Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) eingeführt. Dieser Absenkungstarifvertrag drückte unter Androhung einer eventuellen Privatisierung die Löhne. Während die „Altbeschäftigten“ dabei noch sogenannte Sicherungsbeträge in verschiedener Höhe bekommen, verdienen die „Neubeschäftigten“ mehrere hundert Euro weniger, bei längerer Arbeitszeit.

Die betrieblichen Gewerkschaftsfunktionär*innen und Sekretär*innen verteidigen den TV-N bis heute. Der Organisationsgrad unserer Gewerkschaft ist seitdem um schätzungsweise 25 Prozentpunkte gefallen. Viele neue Kolleg*innen treten gar nicht erst in unsere Gewerkschaft ein. Zu fest ist ihrer Meinung nach die sozialpartnerschaftliche Bindung von ver.di an die Betriebsführung. Im BVG-Block auf der 1. Mai-Demonstration läuft der Personalvorstand Schulte einträchtig mit. Ob er, wie sein Vorgänger, geehrtes Mitglied unserer Gewerkschaft ist, wissen wir nicht. Jedenfalls haben er und seine Vorstandskolleg*innen Nikutta und Haenecke noch einiges vor. Was das für Löhne und Arbeitsbedingungen, sowie für die Sicherheit von Arbeiter*innen und Fahrgästen bedeutet, hängt auch davon ab, was wir gemeinsam aktiv gegen die Kürzungspolitik tun.

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