ver.di aktiv am 1. Mai. Foto: privat.

Kämpfe zusammenführen! Basis zusammenführen! Gemeinsam gewinnen!

Frühjahr 2016: Im öffentlichen Dienst legen Kolleg*innen bundesweit für sechs Prozent mehr Lohn die Arbeit nieder und gehen auf die Straße. Zugleich veröffentlicht unsere Gewerkschaft am 19. April eine gemeinsame Presseerklärung mit BVG-Vorstand und kommunalem Arbeitgeberverband. Darin wurden 2,5% Lohnerhöhung plus Einmalzahlung als gutes Ergebnis „konstruktiver und ergebnisorientierter Verhandlungen“ dargestellt. Es fehlen einem die Worte…

In diesem, wie auch in im vorherigen Jahr, liefen die Auseinandersetzungen deutschlandweit bei vielen Betrieben über mehrere Monate parallel. Manchmal wurde sogar am gleichen Tag gestreikt. Doch das war eher Zufall und die Möglichkeiten gemeinsamer Solidarität wurden noch viel zu wenig genutzt. Lohndumping, Prekarisierung, schlechtere Arbeitsbedingungen – sie betreffen uns alle. Warum wehren wir uns nicht auch gemeinsam?

Überall werden Jobs ausgelagert und Löhne gedrückt. Ein Viertel aller Berliner Beschäftigten arbeitet prekär. Viele wissen nicht, ob sie sich in zwei, drei oder sechs Monaten arbeitslos melden müssen – oder ob sie doch noch eine Verlängerung bekommen.

Immerhin: Einige Berliner Belegschaften haben sich in diesem Jahr eindrucksvoll dagegen gewehrt. Besonders bei landeseigenen Betrieben und deren ausgelagerten Tochterfirmen gab es dahingehend einige Bewegung: Krankenhäuser, Botanischer Garten, Technikmuseum. Auch die Berliner Lehrer*innen standen bereit.

Ein gemeinsamer Streik über Betriebsgrenzen hinweg könnte um ein Vielfaches stärker sein. Leider werden solche Chancen immer wieder verpasst. Vorgeschoben werden formelle Argumente. Vereinzelt immerhin gab es Beteiligung an „fremden“ Streikkundgebungen. Aber ein intensiver Austausch an der Basis wird nicht gefördert.

Es gab erste Versuche der Verbindung. Die Charité Facility Management GmbH (CFM), bei der Reiniger*innen, Fahrer*innen und anderes Personal für Europas größtes Uniklinikum angestellt sind, und die Vivantes Service GmbH (VSG), die Dienstleistungstochter des größten kommunalen Klinikkonzerns Deutschlands, haben ihre Kämpfe unter der Überschrift „Aufstand der Töchter“ vernetzt.

Die Verbindung von Aktiven muss schon in „Friedenszeiten“ passieren. Aber besonders in Konfliktzeiten muss die Basis so intensiv wie nur möglich zusammenarbeiten. Wir brauchen aktive, basisdemokratische Gewerkschaften.

Dieses Ziel ist einer der zentralen Gründe, warum wir uns als kleine betriebliche Gruppe zum dritten Mal an der Streikkonferenz beteiligen. Wir wollen mit Euch Kontakt knüpfen, um einen größeren und besseren Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse aufzubauen. Lasst uns zusammen mehr erreichen!

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