Flugblatt zur Vertrauensleute-Vollversammlung

Am 27.03.2017 fand im ver.di-Haus die Vollversammlung der ver.di Vertrauensleute der BVG/BT statt um über die Forderungen zur Lohnrunde 2017 zu beraten. Folgenden Text verteilten wir auch dort als Flugblatt:

Lohnrunde 2017: aktiv gegen Altersarmut!

2600 € Einstiegslohn!

Mit einer Lohnerhöhung von 2,5% will uns das BVG-Management abspeisen (so wie schon im vergangenen Jahr). Das Problem: 2,5% reichen nicht. Für die meisten von uns bedeutet das Angebot ca. 50 € Brutto, ca. 28 € Netto. Das ist angesichts der Preise für Wohnen und Leben kein guter Weg.

Unsere Lohnerhöhung ist eine politische Frage

Hinter dem BVG-Management und seinem Rechnungswesen steht der Berliner Senat. Dass kein Geld da wäre, ist eine Lüge. Wir sind ein Betrieb der öffentlichen  Daseinsvorsorge – Wofür sind Steuergelder da, wenn nicht für öffentlichen Verkehr Gesundheit, Wasser, Wohnen und Bildung?
Leute die Milliarden in unsinnige Bauprojekte und militärische Aufrüstung stecken – was sind ihnen die Menschen wert? Bei der Bundeswehr geht man andere Rechnungen an, wenn es um die Beschaffung von Kriegsmaterial geht. Für den Seefernaufklärer  P-3C „Orion“ waren 366 Millionen Euro vorgesehen! Die Kosten insgesamt, einschließlich der teuren Reparaturen beliefen sich bis Ende 2016 auf über eine Milliarde Euro…

Aktuelle Löhne sichern… Altersarmut

„Rente muss – für ein gutes Leben – reichen!“ ist der Slogan der großen Rentenkampagne, die ver.di mit allen anderen DGB-Gewerkschaften dieses Jahr gestartet hat. Denn es  steigen zwar die Preise, aber das Rentenniveau sinkt extrem. Laut einem Rechenbeispiel  von ver.di winkt bei 2500 EUR Bruttolohn nach 30 Jahren eine Rente von netto ca. 600 EUR im Monat.
Die derzeitigen Senatsparteien SPD, Linkspartei und Grüne präsentieren sich alle gerne  links, sozial und Arbeiter*innen-freundlich. Erst recht vor der Bundestagswahl (am 24. September 2017) sollte man ihnen doch eine aktuelle Gelegenheit bieten, zu zeigen, wie fest sie davon überzeugt sind.

BVG und Senat scheinen bisher kein Problem damit zu haben, dass selbst BVG‘er nach Renteneintritt Pfandflaschen aus Mülleimern sammeln…
Wir und alle Arbeiter*innen verdienen aber ein gutes Leben jetzt wie auch im Alter!
Als hauptstädtischer Vorzeige-Betrieb müssen wir mit ordentlichen Löhnen auch zur Steigerung des allgemeinen Lohnniveaus in Stadt und Land beitragen.
Stattdessen haben wir Löhne, die zum Weglaufen sind. 2042,36 Euro verdient die Lohngruppe 5 brutto. Dieser Lohn betrifft den gesamten Fahrdienst und viele Sachbearbeiter*innen. Eine  ordentliche Lohnerhöhung ist nötig.
Dies sieht auch unser Sekretär so:

„Berliner Busfahrer zu sein, ist längst kein Traumjob mehr, für rund 2.000 Euro brutto Einstiegsgehalt im Monat wird es immer schwerer, geeignetes Personal zu finden, was den Ansprüchen gerecht wird“, sagt Jeremy Arndt, zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär. (…)
Daher fordert ver.di, dem Personalmangel mit einer mittel- bzw. langfristigen Strategie zu begegnen und die Arbeitsbedingungen für die Busfahrer deutlich zu verbessern. Sollte der Beruf nicht deutlich attraktiver gestaltet werden, drohen der BVG mittelfristig Personalnot und damit massive Auswirkungen auf den Nahverkehr in Berlin.
ver.di Presseinfo Nr. 47

Wir Beschäftigten an der Basis können aber nicht die weiteren Verschlechterungen abwarten. Personalnot haben wir jetzt schon. Deshalb fordert die Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv, den Bruttolohn in einem ersten Schritt über die Altersarmuts-Grenze auf 2600 EUR anzuheben! Schluss mit der falschen Bescheidenheit!

Keine Angst vor dem Konflikt!

Sicher ist, dass wir die Gewerkschaft beleben und neu aufstellen müssen. Das setzt Konfliktbereitschaft notwendig voraus.
Das Management droht damit, dass eine Ablehnung der 2,5% die Möglichkeit „betriebsbedingter Kündigungen“ auf die Tagesordnung setzten könnten.
Doch als kampfbereite Gewerkschaft können wir dem Vorstand „betriebsbedingte Kündigungen“ aktiv verbieten und müssen nicht vor Angst erstarren.
Eine Gewerkschaft, die sich von solchen Drohungen beeindrucken lässt, ermutigt die Gegenseite nur weiter. Deswegen Mut zeigen und die Kolleg*innen mit einer starken Forderung mobilisieren.

Wir fordern die Vertrauensleute auf, Vertrauen in die Kraft einer Belegschaft zu haben, die bereit ist, für eine spürbare Lohnerhöhung zu kämpfen!

verdiaktiv-Flugblatt-VLVV

2 Gedanken zu „Flugblatt zur Vertrauensleute-Vollversammlung

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