CFM-17-05-17

aktive Frühstückspause plus X

Heute titelte die Berliner Morgenpost: “Streik bei der BVG und der Charité-Tochter CFM. Bus und Bahn sollen trotz des Streiks planmäßig fahren. Und in den Kliniken soll es nur geringe Auswirkungen auf Patienten geben.”

Ein Glanzstück gewerkschaftsfeindlicher Presse. Das Ziel: den Arbeiter*innen Berlins erzählen, dass organisiert Kämpfen nichts bringen würde und die laufende Auseinandersetzung an der Charité – eine der wichtigsten dieser Stadt – zu schwächen.
Eiskalt gelogen: (kraftloser) Streik bei uns. Bei BVG/BT gab es ja überhaupt keinen Streik. Sondern eine “aktive Frühstückspause” vor der Konzernzentrale.

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Ca. 200 BVG/BT-Kolleg*innen hatten sich vor dem Eingang versammelt. Größtenteils natürlich Kolleg*innen aus dem Trias (“aktive Frühstückspause”!). Aber auch einige Kolleg*innen von Bus und Bahn, die in ihrer freien Zeit vorbeikamen, um zu fordern, dass wenn wir schon die angebotenen 2,5% nehmen, ein sehenswertes Plus dazukommt. Laut Aussage von ver.di-Sekretär Jeremy Arndt will das BVG-Management derzeit zu den 2,5% garnichts dazugeben.

Die Aktion sollte dazu dienen, der gutbezahlten Chefetage zu zeigen, dass sie dabei nicht bleiben können. Gleichzeitig war sie auch ein Signal an die Tarifkommission, sich nicht kleinlaut auf irgendeinen billigen Deal einzulassen, sondern auch die Möglichkeit eines Arbeitskampfes, dann für eine ordentliche Forderung (wie die von uns vorgeschlagenen 2.600 Euro Einstiegslohn gegen Altersarmut), dem Vorstand offen sichtbar auf den Tisch zu legen.

Vorstandsvorsitzende Nikutta und Personalvorstand Schulte, die sich auch heute kurz blicken ließen, sind keine Leute, die sich durch freundliches Reden zu Zugeständnissen bewegen lassen. Der Senat treibt sie zum Kaputtsparen an und sie setzen diesen Auftrag willig um – auf Kosten von Arbeiter*innen und Fahrgästen. Diese gut geschulten Bosse brauchen Zwang. Und wir als Beschäftigte müssen bereit sein, diesen Druck aufzubauen.

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Die Kolleg*innen von der Charité Facility Management (CFM) sind ein Beispiel für solche kämpferische Entschlossenheit. Unter dem rot-roten Senat wurden am größten Uniklinikum Europas alle nichtmedizinischen Aufgaben in eine Tochterfirma ohne Tarifvertrag überführt. Dort wird unter total prekären Verhältnissen geschuftet – eine Politik auf Kosten der Arbeiter*innen und der Patient*innen. Die Kolleg*innen der CFM kämpfen mit Streiks und rückten zu verschiedenen Anlässen den politischen Verantwortlichen auf die Pelle. So haben sie es soweit gebracht, dass Bürgermeister Michael Müller am 1. Mai von der Wiedereingliederung in die Charité sprach. Inwieweit diese Worte so(zialdemokratisch) leer sind wie viele andere, hängt davon ab, ob die Kolleg*innen und ihre Verbündeten weiter hohen Druck machen. Deswegen hat heute ein Streik bei der CFM begonnen (von dem die Springerpresse offenbar schon weiß, dass er schwach wäre).

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Wir von der Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv hatten deshalb heute bei der “aktiven Frühstückspause” ein Transparent mit der Aufschrift “BVG UND CFM. Wir kämpfen zusammen!” dabei und im Anschluss gingen Kolleg*innen als Solidaritäts-Delegation zum zentralen Streiklokal am Virchow-Klinikum. Dort beteilgten wir uns an Aktionen und nahmen an der Streikversammlung teil, bei der versucht wurde, die Kolleg*innen einzubinden, von ihren Erfahrungen zu erzählen und mitzudiskutieren.
Die Kolleg*innen bei der CFM kämpfen nicht nur für sich. Sie kämpfen gleichzeitig gegen Ausgliederung und prekäre Arbeit – insbesondere im Verantwortungsbereich des Landes Berlin. Sie kämpfen für eine gute öffentliche Daseinsvorsorge. Das geht Alle an – gerade uns bei der BVG!

Deswegen haben wir auch im ver.di Betriebsgruppenvorstand Solidaritäts-Aktionen vorgeschlagen.
Wir laden außerdem alle BVG/BT-Kolleg*innen ein, gemeinsam mit den Charité-Kolleg*innen am Samstag Morgen dem Landesparteitag der selbsternannten “Gerechtigkeitspartei” SPD einen Besuch abzustatten.

Samstag, 20.05.17
8 Uhr
Estrel-Hotel, Sonnenallee 225
(S Sonnenallee)

 

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