Befristungen wieder da!

In der ersten Ausgabe von aktiv (2014) titelten wir „Keine Befristungen!“ Da hieß es noch von der Funktionär*innen-Mehrheit: Sachgrundlose Befristungen wären halt gesetzlich erlaubt, da könne man leider nichts machen. Die Kolleg*innen von VBO-Süd zeigten bei einer Aktion auf der Personalversammlung 2013 der Befristungspraxis die rote Karte.

Nachdem die Funktionär*innen-Mehrheit die Befristungen doch zum Thema gemacht hatte, entschied der BVG-Vorstand vor etwa zweieinhalb Jahren, sachgrundlose Befristungen für zwei Jahre auszusetzen – allerdings exklusiv für BVG-fahrer*innen. Alle anderen konnten auch weiterhin durch befristete Arbeitsverträge entrechtet werden. 

Die zwei Jahre gingen vorüber, ohne dass wir, geschweige denn die Funktionär*innen-Mehrheit, den Druck in dieser Sache aufrecht erhalten, geschweige denn erhöht hätten. Die vom BVG-Management offenbar fest geplante Wiedereinführung der sachgrundlosen Befristungen bei den Kutscher*innen bekam jedoch von anderer Seite ein Problem: Die rot-rot-grünen Senatsparteien im Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen just im letzten Jahr, dass die öffentlich in die Kritik geratenen sachgrundlosen Befristungen in den Landesbetrieben abgeschafft werden sollten! Inzwischen hat auch der Berliner Senat nachgezogen.

Doof für das BVG-Management… Doch um keine Dreistigkeit gegenüber uns Beschäftigten verlegen, kreierten sie plötzlich eine „Befristung mit Sachgrund“ für den Fahrdienst: Neue Kolleg*innen haben in Zukunft fast ein Jahr lang keinerlei Kündigungsschutz. Der „Sachgrund“ für die befristeten Verträge ist angeblich: Da der Lehrgang einen Großteil der ans gesetzliche Maximum gebrachten Probezeit einnähme, man aber die Kolleg*innen ein Jahr ohne Kündigungsschutz im Fahrdienst knechten möchte, müsse die Lehgangszeit auf das Ende der Probezeit draufgerechnet werden.

Verstanden? Das ist nichts als ein unfassbar dreister Taschenspielertrick um unseren Leuten den Kündigungsschutz zu nehmen! Um den Druck auf die Einzelnen zu erhöhen und zur Arbeit anzutreiben. Um die Zahlen zu verbessern – auf Kosten der Sicherheit und Gesundheit von uns allen und der Fahrgäste. Es bleibt eine zentrale Forderung:
Weg mit allen befristeten Arbeitsverträgen! Kündigungsschutz für Alle!

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