PM: Brief der Fahrer*innen

Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) – Fahrer*innen haben genug

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Brief-der-Fahrer_innen-18-09-11

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Berlin, 11. September 2018

Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv
bei den Berliner Verkehrsbetrieben
www.verdi-aktiv.de

P R E S S E M I T T E I L U N G

Ein Brief der Fahrer*innen fordert radikale Veränderungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG)

In einem Brief an die BVG-Vorstandsvorsitzende Sigrid Nikutta und die Geschäftsführerin der Berlin Transport GmbH (BT), Sylke Winter, kritisieren bereits mehr als hundert Beschäftigte des Berliner Nahverkehrs, organisiert bei verschiedenen Gewerkschaften oder unorganisiert, die unhaltbaren Zustände im Berliner ÖPNV.
Die wachsende Liste der bereits über hundert Verkehrsarbeiter*innen – zumeist Fahrer*innen – weisen auf die schlechten Löhne und Arbeitsbedingungen hin und fordern ein Ende der Spaltung der Belegschaft.

Lothar Erich Kurth, ehemaliger BT-Betriebsrat und ehemaliger Vorsitzender der ver.di-Betriebsgruppe bei der BT erklärt:
“Bei der BT GmbH handelt es sich um ein Outsourcing-Projekt der BVG, das bereits unter dem schwarz-roten Senat durchgeführt wurde. Wie in vielen anderen Betrieben der öffentlichen Daseinsvorsorge im Verantwortungsbereich des Landes Berlin, ging es darum, den damals gültigen Tarifvertrag zu unterlaufen.
Ab 2005 wurden dann die die Löhne und Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten verschlechtert, mit Einführung des Absenkungstarifvertrags TV-N Berlin bei BVG und BT unter dem rot-roten Senat. Diese beiden von der Politik geleiteten Angriffe auf die Belegschaft und die gesamte Sparpolitik sind der Grund für die desolate Situation bei der BVG.”

Erdoğan Kaya, Busfahrer und zudem Mitglied des ver.di Gewerkschaftsrats und der BVG-Tarifkomission, ergänzt: “Der TV-N Berlin läuft zum Ende des Jahres aus.
Fakt ist: die Erwartung für radikale Veränderungen ist sehr groß. Wenn bei den Arbeitsbedingungen und bei der Bezahlung keine Verbesserungen erzielt werden, dann sieht es für die BVG nicht gut aus.”

“Eine sofort umzusetzende Maßnahme ist die Übernahme aller BT-Fahrer*innen in die BVG”, sagt Lothar Erich Kurth, der an den Verhandlungen beteiligt war, die 2014 zum Übergang aller BT-Straßenbahnfahrer*innen zur BVG führten. “Die Politik steht in der Verantwortung, das beschäftigtenfeindliche Provisorium BT nach 18 Jahren endlich abzuwickeln.”

„Es fehlt überall an Material und Personal“, sagt Aimo Tügel, als sogenannter Neubeschäftigter Zugfahrer bei der U-Bahn, “Es finden sich kaum Leute, die bereit sind, unter den herrschenden Bedingungen Busse, U- und Straßenbahnen zu fahren. In anderen Bereichen sieht es nicht viel anders aus. Die wenigen Zugänge wiegen die Abgänge nicht auf. Unter den Verhältnissen von ‘TV-Niedriglohn’ und der entsprechenden Behandlung der Arbeiterinnen und Arbeiter, ergreifen viele die erste Gelegenheit zur Flucht.”

“Die BVG wirbt heute mit dem Titel ‘Top Employer’ und dem ‘Beruf-und-Familie’-Zertifikat, aber in Wirklichkeit hat sie nicht viel Liebe für uns und unsere Familien übrig. Wir alten BVGer wissen, dass das mal anders war. Die jüngeren Kolleginnen und Kollegen halten so manchen wahrscheinlich schon für leicht senil, wenn man erzählt, was BVB und BVG mal geboten haben. Was seit den Neunzigern hier zerstört worden ist, das ist kaum vorstellbar.” sagt Wolfgang Wendt, Busfahrer aus Lichtenberg.

Mit dem Brief fordert die Basis eine Auseinandersetzung um die Rettung des Berliner Nahverkehrs ein. “Die BVG, seit 1994 entsprechend dem neoliberalen Zeitgeist von einem Eigenbetrieb in eine Anstalt öffentlichen Rechts umgewandelt, hat seitdem Kurs auf den Prellbock genommen. Wenn die Weichen jetzt nicht anders gestellt werden, entgleist der Berliner Vorzeigebetrieb mit voller Fahrt. Und das geht nicht ohne Schäden an der Umgebung.” sagt Aimo Tügel, “Uns geht es nicht um Statistiken und schicke Präsentationen sondern um die Mobilität der Berliner Bevölkerung.”

“Unsere Probleme spiegeln die Probleme vieler Arbeiterinnen und Arbeiter in Deutschland,” sagt Erdoğan Kaya, “unsere Parolen sind einfach zu verstehen: ‘Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!’ ‘Ein Betrieb – eine Belegschaft!’ und ‘Rettet unseren Nahverkehr!’”

Lothar Erich Kurth macht deutlich: “Das BVG-Management hat auf die Brandbriefe von Seiten der Personalräte mit einer vollständig nach außen gerichteten PR-Strategie reagiert, die offenbar – und womöglich zurecht – die eigenen Beschäftigten als Adressaten schon abgeschrieben hat. Doch die schicke Fassade hilft den Fahrgästen und uns Beschäftigten kein bisschen. Unser Brief sagt: Uns Malochern reicht es entgültig. Deswegen wächst die Liste der Unterschriften jeden Tag.”

Für Rückfragen und Anfragen kontaktieren Sie uns gerne:

Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv,
verdi.aktiv@gmail.com
0151 5949 0077

Lothar Erich Kurt, z.Zt. Bahnhofsbetreuer, ehem. Zugfahrer und Vertrauensmann,
lotharsolidaritaet@gmx.de
0157 7791 2749

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Wir verweisen als Basisgruppe ver.di aktiv natürlich für Informationen zu den Zuständen bei der BVG auch auf unsere “Offiziellen”:

Mirko Köpke, ver.di-Betriebsgruppensprecher,
Mirko.Koepke@bvg.de

Jeremy Arndt, für die BVG zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär,
Jeremy.Arndt@verdi.de
030 8866 5500
0170 579 0403

19 Gedanken zu „PM: Brief der Fahrer*innen

  1. Bus Fahrer heute zutage ist eine unattraktiv Beruf …schelechten Bezahlung , sehr schlechte Zustand der Buses , katrastofahlen bediengunen auf die Straße , daher manchmal Pause nicht möglich ,usw usw .

  2. Hallo,bin seit 32 Jahren im Unternehmen als Busfahrer.Ihr habt uns doch zum tv n genötigt, habt mit portugiesischen Fahrern gedroht. Seitdem quatscht ihr immer nur , hab ne große Klappe und bei Verhandlungen zieht ihr den Schwanz ein. Euer Chef Bsirske besucht die Bilderbergertreffen !!!!!!! Und nun wieder so ein geseiere, wir können es schon nicht mehr hören !!!! Nur heiße Luft und große Worte . Es nüsste euch doch langsam mal peinlich sein. Das ist die Meinung EURER Basis, ihr Traumtänzer!!!!!!!!

  3. Die Hoffnung schwindet von Tag zu Tag das es in diesem Betrieb zu deutlichen Veränderung führen , viel Text möchte ich hier nicht schreiben da es mittlerweile kein Sinn mehr macht zu behaupten es kann nur besser werden genau das Gegenteil trifft zu !!
    Mein Fazit: Das wird nichts mit der BVG die ihre wahren Angestellten mit Billiglöhne abserviert und nicht auf sie zählt .
    Wir lieben dich wenn du ein Abo oder Fahrschein hast und für den Gehalt bei uns arbeiten kommst !
    Danke

  4. Guten Tag
    Einerseits ist es ja löblich das das sich Verdi um unsere belange (Fahrer) kümmert.
    Aber war es nicht Verdi die diese Misere mit dem Senat und der BVG /BT abgeschlossen hat oder täusche ich mich ?
    Solange eine Gewerkschaft die uns Kollegen vertreten soll uns genauso oberflächlich behandelt wie die Arbeitgeber werdet ihr nicht viel erreichen ,ich glaube das zahlen der Austritte dieses auch belegen.
    Es wird Zeit das ihr nicht nur die Zähne zeigt sondern auch zubeisst.
    Hört euch doch mal beim Fachpersonal um wenn sie denn überhaupt mit euch reden zudem ist es traurig das ein solcher Brandbrief von den Kollegen geschrieben wurde es ist eure Aufgabe das bestmögliche für uns rauszuholen und nicht bei lächerlichen 2.5 % Der letzten Jahre zuzustimmen okay dieses Jahr war es etwas besser aber noch lange nicht angemessen für diese Arbeit
    Solange die Gehaltsschere um fast 1000 € zwischen Alt und Neubeschäftigten klafft wird es immer Unruhe geben
    Mein Persöhliches Vertrauen in euch ist verloren gegangen wie bei ganz vielen anderen Kollegen auch .
    Das könnt ihr nur zurück gewinnen in dem ihr die Verdi uns endlich ernst nehmt
    Zeigt uns das ihr es könnt und vorallem auch wollt
    Gruß Michael

  5. Soweit so gut! Schreibt mal bitte noch rein das selbst ein müllwagen Fahrer bei der 100% Tochter der BSR wesentlich besser dran ist als wir! Mehr einstiegs Gehalt (13.85) im ersten Jahr anteilig sonderzahlung danach 13tes Gehalt. Schlimmer noch nach 4 jahren bereits 15.73€ std.

  6. Ich unterstütze euren Kampf voll und ganz!Alle verdammten Tochtergesellschaften dieser Stadt müssen sich zusammentun-ZUSAMMENSTEHEN!Gemeinsam können wir dem Senat beibringen,dass öffentliche Daseinsvorsorge nicht mit Outsourcing und vorsätzlich geplanter Altersarmut der eigenen Beschäftigten funktioniert!

  7. ich auch…………diese Zustände sind untragbar.

    Es dürfte auch keiner mehr auf Frei fahren. Immer mehr Kollegen schmeißen das Handtuch bzw. haben ein Burnout

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