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U-Bahner*innen stoppen Nazis

Am 12. August wollten Nazis in Washington D.C. demonstrieren. „Unite the Right“ lautete ihr Motto („die Rechte vereinigen“).

Genau ein Jahr zuvor waren hunderte Nazis durch Charlottesville gezogen. Einer von ihnen ermordete die 32-jährige Antifaschistin Heather Heyer.

Die Angst war groß, dass der rechte Aufmarsch in der US-Hauptstadt ebenfalls zu Gewalt führen würde. Aber die Nazis hatten ihre Rechnung ohne die Kolleg*innen von der U-Bahn gemacht!

Vom Chef der „Metro“ kam die Idee, dass drei private U-Bahn-Waggons die Nazis zu ihrer Auftaktkundgebung fahren könnten. Schließlich wollte man Demonstrant*innen und Gegendemonstrant*innen trennen.

Doch die lokale Gewerkschaft – Amalgated Transit Union (ATU) Local 689 – machte nicht mit. „Mit stolz transportieren wir alle Menschen für Proteste in D.C.“ schrieb ihre Vorsitzende. „Doch wir ziehen eine Grenze, wenn es darum geht, Sonderkonditionen für Hassgruppen anzubieten.“

Streikdrohung wirkt

Die Gewerkschaftsmitglieder beschlossen, dass sie gegen die Nazi-Sonderwaggons in den Streik treten würden. Schließlich sind über 80 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder nicht weiß – d.h. werden direkt von den Nazis bedroht. Sofort zog der Chef die Idee zurück.

Am Ende kamen weniger als 30 Nazis zusammen. Wie hätten sie auch anreisen sollen? Sie wurden von tausenden Polizist*innen geschützt. Tausende Antifaschist*innen protestierten gegen sie. Eine riesige Niederlage für rassistische Hetzer*innen – dank der gemeinsamen Aktion der Kolleg*Innen.

Wir Arbeiter*innen haben eine unglaubliche Macht, wenn es darum geht, den Vormarsch von Nazis und Rassist*innen zu stoppen. Unsere Klasse besteht aus Lohnabhängigen der ganzen Welt, mit allen Hautfarben und Geschlechtern. Auch in Deutschland könnten organisierte Transportarbeiter*innen mit einfachen Mitteln die Rechten blockieren.

Foto: Mobilus In Mobili / Flickr / Creative Commons

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