Hinter verschlossenen Türen…

Gedanken zu den MANTELTARIFVERHANDLUNGEN bei der BVG/BT 2019

von Lothar-Erich Kurth

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Nach einer 3-monatigen Mitgliederbefragung 2018 waren im Wesentlichen vier Kernforderungen zum Tragen gekommen:

    Reduzierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich auf 36,5 Stunden/Woche
Die Entgeltordnung reformieren und die Arbeitsplätze im ÖPNV deutlich aufwerten,
Weihnachtsgeld für alle ab dem ersten Jahr
Und die Erwartungshaltung an 500 € Urlaubsgeld für ver.di-Mitglieder


Vor dem Hintergrund der einstimmigen Annahme unserer guten Mantelforderungen (die von vielen Kolleg*innen sehr positiv aufgenommen wurden) durch die große Tarifkommission, gingen wir Beschäftigten mit großer Hoffnung in die Beobachtung der Verhandlungen!
Wer die ver.di aktiv Zeitung online in der Vergangenheit aufmerksam gelesen hat, kannte diese Forderungen schon ziemlich lange!!!!
Leider ist von diesen Forderungen nicht das Wesentlichste umgesetzt worden. Dieses ist die Tatsache, dass in diesem Job als Fahrer*innen ein hoher Stressfaktor eine große Rolle spielt, der permanente Zeitdruck. Hier wäre es von größter Bedeutung gewesen, die erste Kernforderung mit Nachdruck zu erfüllen.

Da aber die Gremien unserer Gewerkschaft zum zweiten Warnstreik nur die Kolleg*innen aus dem Busbereich aufgerufen hatten, stellten viele Kolleg*innen die berechtigte Frage: Warum nicht alle BVG-Mitarbeiter*innen?
Stattdessen wurden diese Manteltarifverhandlungen auf Initiative der Arbeitgeberseite in eine Lohntarifverhandlung umgewandelt, somit die betriebswirtschaftliche Seite für die Interessen der Arbeitergeber in den Vordergrund gestellt.

Die Lohnforderung spielte zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Rolle! Erst im nach hinein war die Feststellung, dass eine Erhöhung der Löhne längst überfällig erscheint.
Hier entsteht der Eindruck dass uns unsere Forderungen abgekauft worden sind.

Desweiteren sorgte die mangelhafte bis ungenügende Informationspolitik der TK für Verwirrung und auch für Unmut. Das alles vor dem Hintergrund einer Streikbereitschaft bei der BVG/BT, wie wir sie bisher nicht gekannt haben! Was hätte mit dieser Kampfbereitschaft alles erreicht werden können.

Die Verhandlungskommission sollte sich zu diesen Vorgängen erklären und ggf. auch Konsequenzen ziehen!
Unser Gewerkschaftssekretär hat das Denken der Gewerkschaftsführung erläutert:
“Derzeit sind uns Fahrgäste, Politik und Medien wohl gesonnen und eine wichtige Säule um den Druck auf die Arbeitgeber hoch zu halten.“
Genau diese Überlegung mündet zwangsläufig in die politische Richtung, jedoch ist von den halbherzigen durchgeführten Warnstreiks kein einziger in diese politische Richtung geführt worden.

Die derzeitigen Arbeitsbedingungen sind ein Ergebnis der Regentschaft von Herrn Sarrazin und passen nicht mehr in diese Zeit.
Die Belegschaft der BVG wird seit 30 Jahren systematisch ausgeweidet und verarscht. Seit nunmehr neunzehn Jahren machen die BT`er die gleiche Arbeit wie die BVG unter schlechteren Bedingungen . Alles Punkte die bei den Manteltarifverhandlungen nicht geklärt worden sind und auch nicht die Tatsache, dass wir seit 14 Jahren kein Urlaubsgeld mehr bekommen .
Es reicht!!!

 


Wie ist deine Meinung zur Tarifrunde 2019? 
Stimmst du dem Kollegen zu? Siehst du das etwas anders? Fehlt ein bestimmter Aspekt?

Schreib uns und noch besser: Komm zum ver.di aktiv Auswertungstreffen!

Samstag, 15. Juni
ver.di Mediengalerie
Dudenstr. 10, 10965 Berlin
U Platz der Luftbrücke

 

 

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