Kategorie-Archiv: Ausgabe 13

Obstkorb

U-Bahn: „Es ist Obst im Haus!!“

Seit Wochen herrschen in Berlin Temperaturen über 30 Grad. Selbst in der Nacht fällt die Temperatur nicht unter 25 Grad. Da könnten die Beschäftigen der BVG doch angesichts der Fürsor­gepflicht erwarten, dass die Firma Maßnahmen für ihr Fahrpersonal ergreift, oder?

Fassen wir mal zusammen: Ende August feiert sich die Firma jetzt mit der her­vorragenden Idee, zweimal die Woche Obst mit sagen­haften acht Kilogramm zur Erfrischung zur Verfügung zu stellen. Für wieviele Fah­rer*innen? Was bringt mir eine Banane bei gefühlten 45 Grad im Fahrer*innen­raum? Während der Wasser­spender in Pankow Ewig­keiten nicht funktionierte. Sollen wir halt dursten.

Wobei – Ende der zweiten Augustwoche gibt es auch für uns einmal Tetrapaks mit Wasser – witzigerweise dann, wenn es wieder kühler wird. Tolle Leistung ganz im Sinne von: „Weil wir dich lieben.“ Warum erst jetzt? Bekom­men „die da oben“ nichts mehr mit? Konnte man mit dem Ereignis „Sommer“ nicht rechnen? Vielleicht sollten die Herrschaften mal wieder die Basis besuchen und mal vier Stunden lang in der Fah­rer*innen­Kabine mitfahren und erleben, wie toll es ist bei 45 Grad arbeiten zu dür­fen – Banane hin oder her.

Warum werden die Lenk­zeiten nicht verkürzt oder warum wird Fahrpersonal nicht nach zwei Stunden ab­gelöst für eine Runde um sich wieder zu akklimatisieren? Weil wir der Firma egal sind…

Bus: Ansagen aus klimatisierten Büros

Auch im Busbereich kämp­fen die Kolleg*innen gegen die extrem Hitze, weil bei vielen Bussen die Klima­anlagen nicht funktionieren.

Wegen defekter Klimaanla­ge dürfte man aber keinen Wagenwechsel vornehmen, schrieb der Betrieb in einer Mitteilung an uns Fahrer*in­nen. Eine ausreichende Wendezeit für Erfrischung ist bei vielen Linien aber bislang nicht möglich.

Nicht nur die Gesundheit der Fahrer*innen sondern auch die der Fahrgäste ist damit gefährdet. Das Ma­nagement trägt die Verant­wortung! Doch das macht höchstens ein trauriges Gesicht und sagt: Wir haben leider kein Personal – womit wir wieder beim TV-Niedrig­lohn gelandet sind!

Erbärmliche Arbeitsver­hältnisse für die Beschäftig­ten, kein Personal. Dieser Kreis muss durchbrochen werden.

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Neues Polizeigesetz: Betrifft mich das überhaupt?

Dieses neue Polizeigesetz ist Teil der Rechtsent­wicklung der Regierung. Bis vor kurzem gab es innerhalb der großen Koalition hefti­gen Streit, insbesondere über die reaktionäre Verschärfung der Flüchtlingspolitik. Dies äußert sich jedoch auch in einem massiven Abbau der bürgerlich­demokratischen Rechte und Freiheiten. Einerseits Lohnabbau, Verstärkung prekärer Arbeit, Ausweitung des Niedrig­lohnsektors – andererseits große Steuergeschenke an Superreiche und einer gra­vierenden Mietenexplosion.

Diese Polizeigesetze sollen Widerstand der Beschäftig­ten erschweren. Bereits eine Beteiligung an einem Streik für bessere Arbeitsbedingun­gen reicht aus, um zum „Ge­fährder“ erklärt zu werden.

Die positive Nachricht ist jedoch, dass in vielen Städten eine immer größere Beteiligung an Demonstrati­onen gegen diese Polizeige­setze erkennbar ist. So fand am 7. Juli in Düsseldorf eine Demo statt. Auch in Bochum, Duisburg, Köln – überall wächst die Bereitschaft zur Gegenwehr. Der eine oder andere wird sich nun die Frage stellen, wann ist Berlin dran? Es ist für den 13.Okto­ber 2018 eine Groß­-Demo gegen dieses Polizeigesetz geplant. So soll verhindert werden, dass sich dieses Gesetz in Berlin verankert.

Schluss mit TV-Niedriglohn!

Der Manteltarifvertrag muss gekündigt werden!

Vorschläge für die Manteltarifrunde 2018/19

Liebe Kolleg*innen,

Ende des Jahres 2018 läuft der Manteltarifvertrag aus. 2013 endete die letzte Manteltarifrunde (vor gut 5 Jahren!). Nun stehen wir vor der Gelegenheit, mit der Bereitschaft zu persönlichem Einsatz und etwas Kühnheit, eine ernsthafte Verbesserung unserer Löhne und Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Diese Gelegenheit müssen wir ohne Frage ergreifen!

Mehr als ein Jahrzehnt nach Einführung des TV-N, haben sich die Zustände bei der BVG immer weiter verschlechtert. Es fehlt an Material und Personal. Auch der gewerkschaftliche Organisationsgrad hat einen krassen Niedergang erlebt. Der TV-N steht in den Köpfen vieler älterer Kolleg*innen für eine demütigende Niederlage und für Neubeschäftigte bedeutet er Niedriglohn und Ungerechtigkeit.

Wir denken, dass nun für uns als BVG-Belegschaft der Zeitpunkt gekommen ist, uns endlich aus der gebückten Haltung der Unterworfenen zum Befreiungsschlag aufzurichten.
Wir halten es für absolut notwendig, dass die Tarifkommission den Manteltarif Ende September kündigt und die Belegschaft auf den Kampf vorbereitet. Für Ziele, für die sich der Kampf lohnt.

Außerdem ist es unserer Meinung nach nötig, die Manteltarifrunde mit der Lohnrunde 2019 zusammenzuziehen.

Wir schlagen drei zentrale Slogans vor:

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
  • Ein Betrieb – eine Belegschaft!
  • Rettet unseren Nahverkehr!

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