Kategorie-Archiv: Betrieb

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Manteltarif gekündigt!

Die ver.di-Tarifkommission und die NahVG haben den TV-N zum Jahresende gekündigt. Der erste Verhandlungstermin ist im Januar. Aber schon jetzt müssen wir uns für die Konfrontation aktivieren.

Vier Punkte sind in der ver.di-Tarifinfo 2018-07 zum Mantel enthalten.

  1. Entlastung der Beschäftigten durch Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich;
  2. Überarbeitung der Entgeltordnung und Stufenlaufzeit mit dem Ziel einer gerechteren Eingruppierung und einer klaren Entwicklungsperspektive;
  3. Mitgliedervorteil in Form eines Urlaubsgeldes in Höhe des individuellen Jahresbeitrages;
  4. Anspruch auf die Weihnachtszuwendung im ersten Beschäftigungsjahr nach der Ausbildung.

Es ist von vornherein klar: die beiden zentralen Anliegen sind Forderungen, die jede*n von uns betreffen. Aber der Punkt an der Sache ist: Wir werden nichts, aber auch gar nichts geschenkt bekommen!

In jedem Betrieb haben nun mal „Manager*innen“ andere Interessen als Arbeiter*innen. Dies ist klassenabhängig zu sehen. Karl Marx bezeichnete dies als Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit.

Jede*r wird gebraucht!

Darum gilt: Jede*r wird im Kampf um Verbesserungen gebraucht – egal in welcher Gewerkschaft er*sie organisiert ist, oder auch nicht. Denn bei diesen Forderungen geht es knallhart auch um Klassenfragen.

Wir sollten alle gemeinsam – jede*r Kolleg*in, jedes Mitglied der Tarif- und Verhandlungskommission – zumindest von einer Entgeltordnung ausgehen, die Altersarmut bekämpft.

Eine erste Sache sind Löhne, die momentan direkt in die Altersarmut führen. Hier werden natürlich BVG-Vorstand und KAV (kommunaler Arbeitgeberverband) gemeinsam mit dem Senat den Kopf schütteln. Die Frage ist: können wir einen Tarifabschluss akzeptieren, der die Altersarmut in diesem Land nicht anfechtet?

Eine zweite Sache ist die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Die Stadt Berlin wächst. Wir als Fahrer*innen spüren das hautnah. So ist auch die Tatsache nicht zu verkennen, dass der Arbeitsdruck sich ständig erhöht – vor allem durch das beschäftigtenfeindliche Vorgehen des „Schwarze Null“-Managements. Unter den herrschenden Verhältnissen suchen selbst langjährige Kolleg*innen das Weite.

Arbeitszeitverkürzung!

Wir sollten alle gemeinsam dafür eintreten: Es muss zu einer Reduzierung auf mindestens 36,5 Wochenstunden in einem ersten Schritt für alle kommen! Das soll verbunden sein mit einer maximalen täglichen Arbeitszeit von 8,5 Stunden, inklusive Wendezeiten und Pausen. Diese müssen bezahlt werden – sie gehören zum Arbeitstag dazu.

Ihr seht, dass wir uns alle gemeinsam in dieser Auseinandersetzung mit der Gegenseite – BVG, KAV und Senat – einmischen sollten! Die Frage für jede*n von uns: Wie kann ich aktiver werden? Und an jedes Mitglied der Tarif- und Verhandlungskommission: Als wessen Interessenvertreter*in wurde ich in dieses Gremium gewählt?-

Streikversammlungen!

Im Sozial- und Erziehungsdienst, bei der Charité, am Botanischen Garten, bei den studentischen Beschäftigten der Unis und bei den Krankenhaus-Tochtergesellschaften CFM und VSG wurden in der Vergangenheit Streikversammlungen mit Abstimmungen durchgeführt. Diese haben in Richtung mehr Basisdemokratie in den Betrieben geführt.

Versuchen wir gemeinsam innerhalb der BVG/BT diesen Weg einzuleiten!

Wir müssen erkennen, dass wir eine starke Macht sind, gerade im Fahrdienst!

Alle Räder stehen still wenn dein starker Arm es will!

PM: Brief der Fahrer*innen

Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) – Fahrer*innen haben genug

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Anschreiben-Brief-der-Fahrer_innen

Brief-der-Fahrer_innen-18-09-11

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Berlin, 11. September 2018

Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv
bei den Berliner Verkehrsbetrieben
www.verdi-aktiv.de

P R E S S E M I T T E I L U N G

Ein Brief der Fahrer*innen fordert radikale Veränderungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG)

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Obstkorb

U-Bahn: „Es ist Obst im Haus!!“

Seit Wochen herrschen in Berlin Temperaturen über 30 Grad. Selbst in der Nacht fällt die Temperatur nicht unter 25 Grad. Da könnten die Beschäftigen der BVG doch angesichts der Fürsor­gepflicht erwarten, dass die Firma Maßnahmen für ihr Fahrpersonal ergreift, oder?

Fassen wir mal zusammen: Ende August feiert sich die Firma jetzt mit der her­vorragenden Idee, zweimal die Woche Obst mit sagen­haften acht Kilogramm zur Erfrischung zur Verfügung zu stellen. Für wieviele Fah­rer*innen? Was bringt mir eine Banane bei gefühlten 45 Grad im Fahrer*innen­raum? Während der Wasser­spender in Pankow Ewig­keiten nicht funktionierte. Sollen wir halt dursten.

Wobei – Ende der zweiten Augustwoche gibt es auch für uns einmal Tetrapaks mit Wasser – witzigerweise dann, wenn es wieder kühler wird. Tolle Leistung ganz im Sinne von: „Weil wir dich lieben.“ Warum erst jetzt? Bekom­men „die da oben“ nichts mehr mit? Konnte man mit dem Ereignis „Sommer“ nicht rechnen? Vielleicht sollten die Herrschaften mal wieder die Basis besuchen und mal vier Stunden lang in der Fah­rer*innen­Kabine mitfahren und erleben, wie toll es ist bei 45 Grad arbeiten zu dür­fen – Banane hin oder her.

Warum werden die Lenk­zeiten nicht verkürzt oder warum wird Fahrpersonal nicht nach zwei Stunden ab­gelöst für eine Runde um sich wieder zu akklimatisieren? Weil wir der Firma egal sind…

Bus: Ansagen aus klimatisierten Büros

Auch im Busbereich kämp­fen die Kolleg*innen gegen die extrem Hitze, weil bei vielen Bussen die Klima­anlagen nicht funktionieren.

Wegen defekter Klimaanla­ge dürfte man aber keinen Wagenwechsel vornehmen, schrieb der Betrieb in einer Mitteilung an uns Fahrer*in­nen. Eine ausreichende Wendezeit für Erfrischung ist bei vielen Linien aber bislang nicht möglich.

Nicht nur die Gesundheit der Fahrer*innen sondern auch die der Fahrgäste ist damit gefährdet. Das Ma­nagement trägt die Verant­wortung! Doch das macht höchstens ein trauriges Gesicht und sagt: Wir haben leider kein Personal – womit wir wieder beim TV-Niedrig­lohn gelandet sind!

Erbärmliche Arbeitsver­hältnisse für die Beschäftig­ten, kein Personal. Dieser Kreis muss durchbrochen werden.

Schluss mit TV-Niedriglohn!

Der Manteltarifvertrag muss gekündigt werden!

Vorschläge für die Manteltarifrunde 2018/19

Liebe Kolleg*innen,

Ende des Jahres 2018 läuft der Manteltarifvertrag aus. 2013 endete die letzte Manteltarifrunde (vor gut 5 Jahren!). Nun stehen wir vor der Gelegenheit, mit der Bereitschaft zu persönlichem Einsatz und etwas Kühnheit, eine ernsthafte Verbesserung unserer Löhne und Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Diese Gelegenheit müssen wir ohne Frage ergreifen!

Mehr als ein Jahrzehnt nach Einführung des TV-N, haben sich die Zustände bei der BVG immer weiter verschlechtert. Es fehlt an Material und Personal. Auch der gewerkschaftliche Organisationsgrad hat einen krassen Niedergang erlebt. Der TV-N steht in den Köpfen vieler älterer Kolleg*innen für eine demütigende Niederlage und für Neubeschäftigte bedeutet er Niedriglohn und Ungerechtigkeit.

Wir denken, dass nun für uns als BVG-Belegschaft der Zeitpunkt gekommen ist, uns endlich aus der gebückten Haltung der Unterworfenen zum Befreiungsschlag aufzurichten.
Wir halten es für absolut notwendig, dass die Tarifkommission den Manteltarif Ende September kündigt und die Belegschaft auf den Kampf vorbereitet. Für Ziele, für die sich der Kampf lohnt.

Außerdem ist es unserer Meinung nach nötig, die Manteltarifrunde mit der Lohnrunde 2019 zusammenzuziehen.

Wir schlagen drei zentrale Slogans vor:

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
  • Ein Betrieb – eine Belegschaft!
  • Rettet unseren Nahverkehr!

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ein Betrieb - eine Belegschaft

Solidarität mit Lothar-Erich!

Ein Betrieb = eine Belegschaft!

Unser Kollege Lothar-Erich Kurth macht durch seinen Gerichtsprozess die Ungerechtigkeit bei der BVG öffentlich. Nachdem er einen Augeninfarkt erlitt und unverschuldet fahrdienstuntauglich wurde, hat man ihn vom Fahrer zum Bahnhofsbetreuer mit der Lohngruppe 2 gemacht.

Obwohl er seit dem Jahr 2000 mit BVG-Fahrzeugen Fahrgäste befördert, erst als Bus-, dann als Zugfahrer, weigert sich das BVG-Management, ihm den Lohnverlust auszugleichen. Stattdessen erklären die Verantwortlichen, dass für Lothar-Erich eine saftige Lohnkürzung sein müsse, weil er bis 2014 bei der hundertprozentigen BVG-Tochter BT gearbeitet hat. Bei Übernahme in die Stammbelegschaft hat man ihm zwar die BT-Jahre als Betriebszugehörigkeit angerechnet und hinsichtlich der „alltäglichen“ Folgen auch berücksichtigt. Aber im jetzigen Fall von Lohnerhalt besteht das Management plötzlich darauf: Wer zum Stichtag noch keine „Blaujacke“ war, ist es nicht wert, bei Schicksalsschlägen abgesichert zu sein. Genauso wenig, wie alle „Neubeschäftigen“ von uns.

Aber mit seiner Klage will Lothar-Erich auch den Skandal der Ungleichbehandlung überall in diesem Vorzeigebetrieb Berlins in die Öffentlichkeit bringen. Die Spaltung der Belegschaft in „BVGer*innen“ und „Fremdfirmen“-Kolleg*innen, v.a. „BTer*innen“. Die Spaltung in „Altbeschäftigte“ und „Neubeschäftigte“ und überhaupt die TV-Niedriglohn-Zustände. Nicht zuletzt rückt er auch die „Wertschätzung“ des Managements des „Top Employers“ für uns Arbeiter*innen ins Rampenlicht.

Bei der Verhandlung am 13. Juni entschied das Gericht erstmal doch für das Management. Es waren immerhin fast 20 Menschen solidarisch dabei, u.a. studentische Beschäftigte und Kolleg*innen von Vivantes. Lothar-Erich wird in die Berufung gehen. Wir werden diesen Termin nutzen, auf die unhaltbaren Zustände bei der BVG und unseren Kampf dagegen hinzuweisen.

VL-Wahlen vorbei

Vertrauensleute-Wahl

Normalerweise alle vier Jahre wählen die ver.di-Mitglieder unter sich die Vertrauensleute (VL). Die Vertrauensleute der verschiedenen Dienststellen wählen unter sich Vertreter*innen in den BVG/BT-Betriebsgruppenvorstand, in die mächtige Tarifkommission.

Dieses Jahr waren wieder VL-Wahlen. Da viele kritische Kolleg*innen keine ver.di-Mitglieder sind, haben sich die Mehrheitsverhältnisse insgesamt nicht wahnsinnig verändern können. Aber die ver.di-Mitglieder von VBO-Süd haben einen ersten Schritt gemacht und für eine neue Mehrheit gesorgt. Diese VLV mit vielen neuen Aktiven hat sich einen kämpferischen Kurs mit einer aktiven Basis zum Ziel gesetzt.

Aber auch in anderen Bereichen gibt es Vertrauensleute, die mit dem bisherigen Kurs der bürokratischen Routine und dem frommen Glauben an eine Sozialpartnerschaft mit dem Management endlich Schluss machen wollen. Je mehr mutige Aktivität sich an der Basis entfaltet, desto eher können die mutigen Tendenzen sich entfalten.
Es gilt also wie immer: Veränderung geht nur mit Dir!

Lohnrunde 2018 vorbei

75 Bruttoeuro für die Lohngruppen 1-7 und 70 Bruttoeuro für die Lohngruppen 8-15. Wir sagen: Da ist Nachholbedarf! Angesichts der Preise ist das ein Tropfen auf den glutheißen Stein!

Positive Entwicklungen müssen trotzdem herausgestrichen werden: Eine Festgeldforderung von 100 Bruttoeuro Lohnerhöhung ist besser als eine Prozentforderung, die die Niedriglöhner*innen auch mit der niedrigsten Lohnerhöhung abspeist.
Das war nicht ohne Druck möglich. Zwei Aktionen wurden organisiert. Am 28. Mai eine Protestaktion vor dem KAV und am 31. Mai eine Flyer-Verteilaktion von Bereichen Nord und Süd, wo der Vorstand und der Chef vom Busbereich richtig unter Druck standen.

Schon in den letzten Jahren waren die ausgehandelten Lohnerhöhungen völlig ungenügend. Es ist wichtig, die nächste  Lohnrunde 2019 mit der Manteltarifrunde zu verbinden und einen rundum verbesserten Tarif bei der BVG zu erkämpfen!

Befristungen wieder da!

In der ersten Ausgabe von aktiv (2014) titelten wir „Keine Befristungen!“ Da hieß es noch von der Funktionär*innen-Mehrheit: Sachgrundlose Befristungen wären halt gesetzlich erlaubt, da könne man leider nichts machen. Die Kolleg*innen von VBO-Süd zeigten bei einer Aktion auf der Personalversammlung 2013 der Befristungspraxis die rote Karte.

Nachdem die Funktionär*innen-Mehrheit die Befristungen doch zum Thema gemacht hatte, entschied der BVG-Vorstand vor etwa zweieinhalb Jahren, sachgrundlose Befristungen für zwei Jahre auszusetzen – allerdings exklusiv für BVG-fahrer*innen. Alle anderen konnten auch weiterhin durch befristete Arbeitsverträge entrechtet werden.  Weiterlesen