Archiv der Kategorie: Betrieb

BVG: Manteltarifrunde beendet

Am gestrigen Donnerstag, dem 4. April 2019, kam es bei der fünften Verhandlungsrunde zu einer Einigung, die in den frühen Morgenstunden des heutigen Tages von der Tarifkommission von BVG und Berlin Transport GmbH beschlossen wurde. Bis Mitte Mai soll der neue BVG-Tarifvertrag unterschriftreif sein. Ein Mitgliederentscheid wurde nicht für angebracht gehalten.  BVG: Manteltarifrunde beendet weiterlesen

2700 € gegen Altersarmut und 36,5 h für Alle

DURCHSETZEN!

Nach den Verhandlungen zu Beginn des Monats wurde uns von der Geschäftsführung ein dreistes Angebot vorgelegt, das nicht nur eine viel zu geringe Lohnerhöhung vorsah, sondern auch noch weitere lange fünf Jahre Friedenspflicht und haarsträubende Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen.

Dabei sind Verbesserungen bitter nötig. Wir brauchen 36,5 Stunden für Alle (selbstredend bei vollem Lohnausgleich). Wir brauchen die Wieder-Anerkennung der Pausen als Teil des bezahlten Arbeitstags. Wir brauchen höhere Löhne und eine Neuordnung der Lohntabelle. Schließlich haben sich unsere Arbeitsbedingungen und Reallöhne massiv verschlechtert. Wenn sich nicht massiv etwas ändert, bricht die BVG bald zusammen.

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Wir müssen den Druck aufrechterhalten und gegenüber der Politik massiver werden!

von Wolfgang Wendt, Busfahrer, BVG

Der Bus-Streiktag am Freitag hat gezeigt, dass die Kampfbereitschaft da ist. Das spiegelte sich auch darin, dass die überbezahlte BVG-Chefin etwas nervös wirkte. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass die Tatsachen, die wir an der Basis jeden Tag erleben, von den Bossen in keiner Weise ernstgenommen werden. In den Gesprächen auf den Höfen ging es um drei wesentliche Punkte:

1. Lohnhöhe bei Einstellung
2. Perspektivenentwicklung
3. Stressfaktor Arbeitszeit

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Solidarität von Verkehrsarbeiter*innen aus Israel

Anlässlich des heutigen Warnstreiks bei der BVG senden unsere Kolleg*innen von DAN, dem zweitgrößten israelischen Busunternehmen, und ihrer Gewerkschaft Koach la’Ovdim solidarische Grüße nach Berlin!

Auf ihren Schildern schreiben sie:
“Solidarität mit den Arbeiter*innen der BVG!”
und
“Alle Macht den Fahrer*innen!”

Die Grenze verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten!

Wir brauchen einen Vollstreik der BVG – und die Solidarität der Berliner*innen

Am Donnerstag treten wir wieder in den Streik – aber nicht alle von uns. Die Gremien unserer Gewerkschaft haben nur die Kolleg*innen aus dem Busbereich zum neuen Warnstreik aufgerufen. Warum nicht alle BVG-Mitarbeiter*innen, wie schon am 15. Februar? Wenn man nach den Kommentaren urteilt, ärgern sich sehr viele Kolleg*innen darüber.

Unser Gewerkschaftssekretär hat das Denken der Gewerkschaftsführung erläutert:  “Derzeit sind uns Fahrgäste, Politik und Medien wohl gesonnen und eine wichtige Säule um den Druck auf die Arbeitgeber hoch zu halten. Kolleginnen und Kollegen die bereits länger bei der BVG sind wissen, was passieren kann, wenn die Stimmung gegen uns kippt.”

Das ist wirklich eine wichtige Frage: Wie können wir Solidarität für unseren Arbeitskampf gewinnen? Werden wir mehr Sympathie genießen, wenn wir nicht U-Bahn und Straßenbahn, sondern nur Bus bestreiken?

Die ver.di-Führung setzt auf das Wohlwollen von “Politik” und “Medien”. Damit meinen sie die bürgerlichen Politiker*innen, die seit Jahrzehnten die Sparpolitik gegen uns durchsetzen. Damit meinen sie die bürgerlichen Zeitungen, die immer wieder gegen unsere Arbeitskämpfe hetzen. Auch wenn wir mit angezogener Handbremse mobilisieren, werden sie trotzdem die Meinung der Bosse wiedergeben.

Aber wir können die Solidarität der arbeitenden Bevölkerung gewinnen. Sehr viele Berliner*innen haben die gleichen Probleme wie wir: niedrige Löhne, drohende Altersarmut, immer schlechtere Arbeitsbedingungen usw. Deswegen erfahren wir auch so viel Unterstützung. Wenn wir bei der BVG – einem der größten Betriebe in Berlin – eine heftige Lohnerhöhung erkämpfen, wird das viele motivieren.

Dafür müssen wir uns direkt an die Berliner*innen wenden. Es hilft nicht, wenn wir unsere Streiks zurückhalten. Die Springer-Presse wird trotzdem Quatsch über uns schreiben. Aber wir sind 14.000 Arbeiter*innen und wir können uns direkt an die Millionen Arbeiter*innen dieser Stadt wenden. Von unserer Gewerkschaft brauchen wir:

  • Informationsflyer für die Fahrgäste
  • Buttons und T-Shirts, die wir auf Arbeit tragen können
  • große Demonstrationen an Streiktagen, zu denen alle Unterstützer*innen eingeladen sind

Wir müssen uns auch mit anderen Arbeitskämpfen solidarisieren – dann bekommen wir Solidarität zurück. Die Therapeut*innen von der Charité (CPPZ) waren am 15. Februar bei unserem Warnstreik. Wir haben jetzt auch Flyer für die CPPZ-Kolleg*innen verteilt. Wir wollen, dass die offizielle ver.di-Vertretung bei der BVG eine breite Solidaritätskampagne für alle anderen Arbeitskämpfe organisiert.

In diesem Arbeitskampf geht es nicht nur um unsere Löhne. Es geht um den öffentlichen Nahverkehr, und das betrifft alle Berliner*innen. Wir denken, dass ver.di die Forderung nach einem kostenlosen öffentlichen Nahverkehr – finanziert durch die Besteuerung der großen Hotels, der Konzerne und der Banken – aufnehmen soll. Das würde erstmal Begeisterung auslösen.

Und wir können wirklich nicht oft genug betonen, dass unsere Chefin Frau Nikutta, die ständig behauptet, es sei kein Geld da, selbst fast eine halbe Million Euro pro Jahr in die eigene Tasche steckt.

Das sind nur einige Ideen, wie wir die Sympathie der Berliner*innen auf unserer Seite halten können. Aber wir werden vor allem Sympathie bekommen, wenn klar wird, dass wir gewinnen wollen. Dazu helfen keine halbherzigen Streiks. Nein, wir brauchen eine breite öffentliche Kampagne und einen Vollstreik bis zur vollen Durchsetzung aller Forderungen!

Solidarität von den studentischen Beschäftigten

Letztes Jahr haben wir über 40 Tage für einen neuen Tarifvertrag gestreikt – und gewonnen! Wir hatten seit 17 Jahren keine Lohnerhöhung beommen. Dabei wollten wir die Spaltungen zwischen den Beschäftigten an der Universität überwinden. Von Anfang an haben wir uns mit anderen Kämpfen solidarisiert. Denn wir wussten, dass wir eigentlich den selben Kampf führen: für unsere Interessen als Arbeiter*innen gegen die Regierung und Unternehmen.

– Yunus Özgür

Solidarität von der Vivantes Service GmbH (VSG)

Ich bin Beschäftigter der Vivantes-Tochter VSG. Mit großem Interesse verfolgen wir euren Kampf. Auch wir sind ein Zeichen der sinnlosen Sparwut in Berlin. In unserem 51-tägigen Streik waren offene, ehrliche Streikversammlungen hilfreich. Denn nur die betroffenen Mitglieder können und müssen über ihre Forderungen und deren Umsetzung entscheiden. Ich bin mir sicher, dass euer Kampf erfolgreich sein wird! Ihr seid die BVG! Nur ihr haltet den Laden überhaupt noch am Laufen!

– Mario Kunze