Archiv der Kategorie: Mantelrunde18/19

Auf zum Warnstreik!

Freitag, Betriebsbeginn (ca. 3:30 Uhr) bis 12 Uhr
Kundgebung um 8:30 Uhr in der Holzmarktstraße

von Aimo Belling, Zugfahrer , und Wolfgang Wendt, Busfahrer

Am Freitag ist es so weit! Zum ersten Mal seit Jahren treten wir in den Warntreik! Da werden wir zeigen, dass wir mit unserer Arbeit die ganze Stadt am Laufen halten. Die BZ titelt schon: „Das Herz steht still.“

Der rot-rot-grüne Senat und das Abgeordnetenhaus von Berlin tragen hier die Verantwortung. Er entscheidet über den Nahverkehr. Ein CDU-SPD-Senat hat damals die Ausgründung der Fahrdiensttochter BT beschlossen. Ein SPD-Linkspartei-Senat hat den TV-Niedriglohn durchgesetzt.

Die Vorstände erzählen uns und der Öffentlichkeit eine Unwahrheit nach der nächsten. Jetzt erzählen diese „Führungskräfte“, es gäbe kein Geld für unsere Löhne. Die Vorstandsvorsitzende sackt sich für ihre Kaputtsparerei allerdings schonmal fast eine halbe Million Euro ein.

Die Forderungen sind mehr als berechtigt und bereits ein Kompromissangebot an Senat und Management.

Wir brauchen 36,5 Stunden für Alle (selbstredend bei vollem Lohnausgleich). Wir brauchen die Wieder-anerkennung der Pausen als Teil des bezahlten Arbeitstags. Wir brauchen höhere Löhne und eine Neuordnung der Lohntabelle. Schliesslich haben sich unsere Arbeitsbedingungen und Reallöhne massiv verschlechtert.

Das ist der Hauptgrund, weshalb der öffentliche Nahverkehr in Berlin kaputt geht. Auf zum Warnstreik! weiterlesen

BVG-Management geht aggressiv gegen Verkehrsarbeiter*innen vor

Alle in den Warnstreik am Freitag, den 15.02.!

Notdienstvereinbarung mit ver.di spontan abgesagt, Führungskräfte mit dreisten Methoden

Im Bruch bisheriger Vereinbarungen, hat sich die BVG-Führung in einem plötzlichen politischen Schwenk gestern nachmittag entschlossen, die Fahrer*innen und anderen BVG/BT-Beschäftigten frontal anzugreifen und das Streikrecht zu bekämpfen, indem massiv zu Streikbruch gedrängt wird. Ziel ist es, den vom Senat vorgegebenen Kaputtsparkurs mit allen Mitteln zu verteidigen. Um Beschäftigte und Fahrgäste geht es dem Management schon lange nicht mehr.

Seit am Montag die Verhandlungsrunde ergebnislos endete, weil das im Auftrag des Berliner Senats tätige Management weder die finanzielle noch die persönliche Kompetenz besitzt, um der bescheidenen Tarifkomission auch nur entgegenzukommen, ist ein Warnstreik die notwendige Konsequenz.

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Manteltarif gekündigt!

Die ver.di-Tarifkommission und die NahVG haben den TV-N zum Jahresende gekündigt. Der erste Verhandlungstermin ist im Januar. Aber schon jetzt müssen wir uns für die Konfrontation aktivieren.

Vier Punkte sind in der ver.di-Tarifinfo 2018-07 zum Mantel enthalten.

  1. Entlastung der Beschäftigten durch Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich;
  2. Überarbeitung der Entgeltordnung und Stufenlaufzeit mit dem Ziel einer gerechteren Eingruppierung und einer klaren Entwicklungsperspektive;
  3. Mitgliedervorteil in Form eines Urlaubsgeldes in Höhe des individuellen Jahresbeitrages;
  4. Anspruch auf die Weihnachtszuwendung im ersten Beschäftigungsjahr nach der Ausbildung.

Es ist von vornherein klar: die beiden zentralen Anliegen sind Forderungen, die jede*n von uns betreffen. Aber der Punkt an der Sache ist: Wir werden nichts, aber auch gar nichts geschenkt bekommen!

In jedem Betrieb haben nun mal „Manager*innen“ andere Interessen als Arbeiter*innen. Dies ist klassenabhängig zu sehen. Karl Marx bezeichnete dies als Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit.

Jede*r wird gebraucht!

Darum gilt: Jede*r wird im Kampf um Verbesserungen gebraucht – egal in welcher Gewerkschaft er*sie organisiert ist, oder auch nicht. Denn bei diesen Forderungen geht es knallhart auch um Klassenfragen.

Wir sollten alle gemeinsam – jede*r Kolleg*in, jedes Mitglied der Tarif- und Verhandlungskommission – zumindest von einer Entgeltordnung ausgehen, die Altersarmut bekämpft.

Eine erste Sache sind Löhne, die momentan direkt in die Altersarmut führen. Hier werden natürlich BVG-Vorstand und KAV (kommunaler Arbeitgeberverband) gemeinsam mit dem Senat den Kopf schütteln. Die Frage ist: können wir einen Tarifabschluss akzeptieren, der die Altersarmut in diesem Land nicht anfechtet?

Eine zweite Sache ist die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Die Stadt Berlin wächst. Wir als Fahrer*innen spüren das hautnah. So ist auch die Tatsache nicht zu verkennen, dass der Arbeitsdruck sich ständig erhöht – vor allem durch das beschäftigtenfeindliche Vorgehen des „Schwarze Null“-Managements. Unter den herrschenden Verhältnissen suchen selbst langjährige Kolleg*innen das Weite.

Arbeitszeitverkürzung!

Wir sollten alle gemeinsam dafür eintreten: Es muss zu einer Reduzierung auf mindestens 36,5 Wochenstunden in einem ersten Schritt für alle kommen! Das soll verbunden sein mit einer maximalen täglichen Arbeitszeit von 8,5 Stunden, inklusive Wendezeiten und Pausen. Diese müssen bezahlt werden – sie gehören zum Arbeitstag dazu.

Ihr seht, dass wir uns alle gemeinsam in dieser Auseinandersetzung mit der Gegenseite – BVG, KAV und Senat – einmischen sollten! Die Frage für jede*n von uns: Wie kann ich aktiver werden? Und an jedes Mitglied der Tarif- und Verhandlungskommission: Als wessen Interessenvertreter*in wurde ich in dieses Gremium gewählt?-

Streikversammlungen!

Im Sozial- und Erziehungsdienst, bei der Charité, am Botanischen Garten, bei den studentischen Beschäftigten der Unis und bei den Krankenhaus-Tochtergesellschaften CFM und VSG wurden in der Vergangenheit Streikversammlungen mit Abstimmungen durchgeführt. Diese haben in Richtung mehr Basisdemokratie in den Betrieben geführt.

Versuchen wir gemeinsam innerhalb der BVG/BT diesen Weg einzuleiten!

Wir müssen erkennen, dass wir eine starke Macht sind, gerade im Fahrdienst!

Alle Räder stehen still wenn dein starker Arm es will!

Schluss mit TV-Niedriglohn!

Der Manteltarifvertrag muss gekündigt werden!

Vorschläge für die Manteltarifrunde 2018/19

Liebe Kolleg*innen,

Ende des Jahres 2018 läuft der Manteltarifvertrag aus. 2013 endete die letzte Manteltarifrunde (vor gut 5 Jahren!). Nun stehen wir vor der Gelegenheit, mit der Bereitschaft zu persönlichem Einsatz und etwas Kühnheit, eine ernsthafte Verbesserung unserer Löhne und Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Diese Gelegenheit müssen wir ohne Frage ergreifen!

Mehr als ein Jahrzehnt nach Einführung des TV-N, haben sich die Zustände bei der BVG immer weiter verschlechtert. Es fehlt an Material und Personal. Auch der gewerkschaftliche Organisationsgrad hat einen krassen Niedergang erlebt. Der TV-N steht in den Köpfen vieler älterer Kolleg*innen für eine demütigende Niederlage und für Neubeschäftigte bedeutet er Niedriglohn und Ungerechtigkeit.

Wir denken, dass nun für uns als BVG-Belegschaft der Zeitpunkt gekommen ist, uns endlich aus der gebückten Haltung der Unterworfenen zum Befreiungsschlag aufzurichten.
Wir halten es für absolut notwendig, dass die Tarifkommission den Manteltarif Ende September kündigt und die Belegschaft auf den Kampf vorbereitet. Für Ziele, für die sich der Kampf lohnt.

Außerdem ist es unserer Meinung nach nötig, die Manteltarifrunde mit der Lohnrunde 2019 zusammenzuziehen.

Wir schlagen drei zentrale Slogans vor:

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
  • Ein Betrieb – eine Belegschaft!
  • Rettet unseren Nahverkehr!

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