Archiv der Kategorie: Politik

Workers for Future: Auf zum politischen Klimastreik am 20. September!

450 Gewerkschafter*innen beteiligen sich bereits an der Unterschriftensammlung: Für einen offiziellen Streikaufruf für den 20.9.! Eine Reaktion der Landes- und Bundesvorstände der Gewerkschaften blieb bis heute aus, jedoch halten wir unsere Forderung nach einem offiziellen Streikaufruf aufrecht und laden dazu ein, den Aufruf noch weiter zu verbreiten:

https://verdi-aktiv.de/2019/08/gewerkschafterinnen-fordern-fuer-einen-offiziellen-streikaufruf-fuer-den-20-9/

Nur wenn Schüler*innen, Studierende und Beschäftigte gemeinsam streiken ist der von den Jugendlichen eingeforderte Schulterschluss erreicht. Nur so kann wirklich energisch gehandelt werden! Wir nehmen ernst, dass der Klimawandel die Menschheit bedroht. Wir wollen uns als Arbeiter*innen am Kampf dagegen beteiligen!

Lasst uns deshalb den politischen Streik realisieren!

Die Haltung der Gewerkschaftsführungen bringt Arbeiter*innen, die am Klimastreik teilnehmen wollen, in eine schwierige Lage, weil es keinen offiziellen Streikaufruf gibt. Trotzdem suchen viele Belegschaften und Gewerkschaftsmitglieder nach Wegen, sich am Klimastreik zu beteiligen. Sie wollen also politisch streiken.

Um möglichst großen Druck auf die Führungen unserer Gewerkschaften auszuüben, rufen wir dazu auf, Betriebsgruppen und gewerkschaftliche Strukturen für einen politischen Streik zu gewinnen. In diesen Strukturen sollten demokratische Beschlüsse gefasst werden, die einen offiziellen Streikaufruf für den 20.09. oder für kommende Klimastreiks fordern.

Wir rufen alle Kolleg*innen und Belegschaften auf, alle Wege und Möglichkeiten zu nutzen, eine Beteiligung an den Demonstrationen zu ermöglichen, sei es durch Urlaub, Gleitzeit, Betriebs- und Personalversammlungen oder kollektive Arbeitsniederlegung.

Wir wissen, dass einige Kolleg*innen und Belegschaften an diesem Freitag eine kollektive Arbeitsniederlegung organisieren werden und begrüßen diesen großen Schritt. Es wird also am 20.09. politische Streiks geben!

Alle Belegschaften und Kolleg*innen, die sich, egal in welcher Form, an den Demonstrationen beteiligen wollen, sollten dies gemeinsam tun und dort sichtbare Blöcke bilden.

In Berlin und München wird es Treffpunkte unter dem Label “Workers for Future” geben:

Berlin: Workers for Future Berlin (im Care-Block) – Global Strike 20.09.
11:30 Uhr, Pariser Platz vor der französischen Botschaft (Wir schließen uns später dem Care-Block an)

München: 11:30 Uhr, Max-Mannheimer-Platz 1

Wenn weitere Treffpunkte in eurer Stadt organisiert werden, schreibt uns!

Für die Kolleg*innen und Belegschaften, die sich dazu entscheiden, sich am 20.09. in Form einer Arbeitsniederlegung zu beteiligen, verweisen wir auf das Flugblatt:

Rechtliche und praktische Hinweise zur Teilnahme an Versammlungen am 20. September 2019“.

Darin wird beschrieben, welche Möglichkeiten es gibt, arbeitsrechtliche Konsequenzen bei einer Arbeitsniederlegung zu minimieren, falls es am 20.09 immer noch keinen offiziellen Streikaufruf der Gewerkschaften geben sollte.

Wir rufen die Gewerkschaftsführungen und alle gewerkschaftlichen Gremien dazu auf, sämtliche Kolleg*innen zu schützen, die wegen ihrer Beteiligung am Klimastreik mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen konfrontiert werden!

Eure Fragen:

Rechtsanwalt Benedikt Hopmann wird im Zeitraum bis 2 Stunden vor dem Beginn der Klimastreik-Demonstrationen und in der Woche danach weiterführende Fragen via Mail beantworten. Ihr erreicht ihn unter dieser Emailadresse: hopmann@kanzlei72a.de

Eure Berichte und Erfahrungen:

Für uns ist es wichtig zu erfahren, wie ihr den 20.09. erlebt habt, ob und in welcher Form ihr auf der Demonstration wart (in der Mittagspause, als Arbeitsniederlegung, im Block usw.). Über Emails mit Euren Eindrücken und  Bildern freuen wir uns sehr. Außerdem bitten wir euch herzlich, diese Erklärung an weitere Kolleg*innen und Betriebsgruppen weiterzuleiten.

Wir sehen uns am 20. September beim Klimastreik! 

Unterstützer*innen:
Kampagnen-Initiative “Auslagerung und Befristungen verbieten”
ver.di aktiv – Basisgewerkschaftsgruppe
Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht

 

Kontakt: outsourcingverbieten@gmail.com

20.9.: Klimastreik und soziale Frage verbinden!

Die Debatte über einen Klima-Generalstreik ist in vollem Gange. Dabei wird auch immer wieder gefragt, wofür überhaupt gestreikt werden soll. Klar ist: Damit die Gewerkschaften zum Streik aufrufen, muss auch ein großer Teil der Basis überzeugt werden. Zentrale Forderungen dafür sind eine radikale Arbeitszeitverkürzung und weitere soziale Forderungen.

von Robert Müller und Sören Luxbach

Nachdem Joko Winterscheid vorschlug, dass sich alle am Klimastreik beteiligen sollten und sogar ver.di-Chef Frank Bsirske dazu aufrief, „auszustempeln“, nimmt die Debatte über einen Klima-Generalstreik in Deutschland immer mehr Fahrt auf. Dabei drängt sich die berechtigte Frage auf, wofür denn überhaupt am 20. September gestreikt werden soll.

Klar ist, dass Appelle an die Gewerkschaftsführung, zum Streik aufzurufen, allein nicht genügen. Es muss einen ausreichenden Druck von breiten Teilen der Gewerkschaftsbasis für die Forderung nach einem Generalstreik geben. Es geht darum, die Basis der Arbeiter*innenbewegung für die Erkenntnis zu gewinnen, dass ein politischer Streik zur Durchsetzung einer ökologischen Transformation notwendig ist – und dass es im ureigenen Interesse der Arbeiter*innenbewegung ist, diesen Kampf auszufechten. Dafür braucht es soziale Forderungen, die mit den Forderungen zum Klimastreik verbunden werden müssen. Es ist eine wichtige Aufgabe der Linken, diese Verbindung herzustellen.

Struktur​wandel und Arbeits​zeit​verkürzung

Unter den zahlreichen konkreten und weitreichenden Forderungen, die wir aufstellen müssen, ist eine der wichtigsten eine radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Diese würde sowohl uns Arbeiter*innen helfen, als auch dem Klima. Dafür sollten wir am 20. September auf die Straße gehen.

Schon vor mehr als 100 Jahren war die Forderung nach dem Achtstundentag eine populäre Forderung und wurde innerhalb der Oktoberrevolution 1918 in Deutschland erkämpft. Es war ein Zugeständnis der Sozialdemokratie an die revolutionären Massen. In Deutschland wurde die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung – und zwar explizit im Kontext einer sozial-ökologischen Transformation der Gesellschaft – zuletzt erneut bei der #fairWandel-Kundgebung der IG Metall am Brandenburger Tor mit 40.000 Teilnehmenden sichtbar. In diesem Falle ging es um eine Angleichung der Arbeitszeit in Ost und West auf 35 Stunden. Im Ostteil Deutschlands wird nämlich in der Metall- und Elektrobranche bisher 38 Stunden gearbeitet. Eine Angleichung der Arbeitszeit würde demnach einer Arbeitszeitverkürzung gleichkommen.

Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber bei weitem noch nicht ausreichend. Denn obwohl die technische Entwicklung und damit auch die Arbeitsproduktivität in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht hat, ist die Arbeitszeit seit den 1920er Jahren nahezu konstant geblieben. Dies bedeutet, dass heute eine sehr radikale Arbeitszeitverkürzung erreicht werden könnte. Und dies gilt selbst innerhalb der Grenzen der chaotischen und irrationalen Produktionsweise des Kapitalismus, in der alles auf die Anhäufung der Profite der Bosse ausgerichtet ist, statt auf die Bedürfnisse der breiten Massen. In einer demokratischen, sozialistischen Planwirtschaft würden darüber hinaus überflüssige wirtschaftliche Sektoren wegfallen und die viel diskutierte Digitalisierung und Automatisierung nicht verdeckte Schlagwörter für harte Angriffe auf die Arbeiter*innenklasse sein, sondern tatsächlich weniger Arbeit und mehr Freiheit bedeuten.

Die Steigerung der Arbeitsproduktivität der letzten Jahrzehnte vermehrte primär die Profite der weltweiten Klasse der Kapitalist*innen. Ein Teil der Arbeiter*innenklassen in den kapitalistischen Zentren wie in Deutschland wurde durch die Überschussprofite des Imperialismus mit einer relativen Verbesserung ihrer Lebensqualität abgespeist, während die breiten unterdrückten und arbeitenden Massen der Welt weiter in Armut und Krieg gezwungen sind. Die Folge ist also eine steigende soziale Ungleichheit – sie beträgt heute selbst allein in Deutschland so viel, wie zur Zeit des Kaiserreichs.

Eine umfassende Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich würde nicht nur den Massen ein besseres Leben ermöglichen, sie würde gleichzeitig die maßlose Naturzerstörung eindämmen. Angesichts der Notwendigkeit, dass in den zentralen kapitalistischen Ländern die Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahren um circa 95 Prozent sinken müssen, müssen ganze verschmutzende Sektoren komplett herunter gefahren werden und nicht in allen Sektoren – wie im Bereich der Energieproduktion – entstehen viele neue Arbeitsplätze. Mit der berechtigten Angst der Kolleg*innen um ihren Lebensunterhalt machen reaktionäre Gewerkschaftsbürokratien wie die IG BCE Hand in Hand mit Konzernen wie RWE eine hetzerische Kampagne gegen den notwendigen Ausstieg aus der Kohlekraft. Aber zum Beispiel auch der individuelle Personenverkehr über private Autos wird noch drastisch sinken müssen. Dabei gibt es bereits jetzt eine sinkende Nachfrage bei Kraftfahrzeugen und Entlassungen in den Zulieferbetrieben der mächtigen deutschen Automobilwirtschaft.

Die Antwort auf diese Problematik ist eine doppelte: Zum Einen geht es natürlich darum, so viele Arbeitsplätze wie möglich durch eine radikale Umstrukturierung verschmutzender Wirtschaftssektoren hin zu emissionsarmen und erneuerbaren Energien und Produkten zu schaffen und zu retten, verbunden mit einer von den Bossen finanzierten Umschulung der betroffenen Kolleg*innen. Zum Anderen muss die Arbeitszeit radikal umverteilt werden: Im Kapitalismus arbeitet heute ein Teil der Menschen viel zu viel, viele Menschen können nicht so viel arbeiten wie sie müssten, um sicher zu überleben und eine große Masse der Menschen hat gar keine Arbeit. Einem Großteil der illegalisierten Menschen in Deutschland wird heute das Recht auf Arbeit verwehrt – die Gewerkschaften müssen sich für ihre entrechteten Kolleg*innen einsetzen und volle Staatsbürger*innenrechte für sie erkämpfen, auch das Recht auf Arbeit. Dabei sind viele von ihnen überhaupt erst aufgrund der durch den Imperialismus verursachten ökologischen Katastrophe in ihren Heimatländern hierher geflohen, wenn sie es denn lebend über die Grenzen geschafft haben.

So erhält die Forderung nach einer Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich eine brandaktuelle Dimension, denn ohne sie ließe sich der Widerspruch nicht auflösen. So wird der notwendige wirtschaftliche Strukturwandel nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Auch dies war eine zentrale Forderung des #fairWandel Protests der IG Metall.

Ausbau der öffentlichen Daseins​vor​sorge

Die Reduktion der Arbeitszeit in Verbindung mit der Umverteilung der Arbeit ist angesichts der grassierenden Personalmangels in verschiedensten Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge eine sinnvolle Forderung. Neben der katastrophalen Situation im Bereich der Pflege, die durch die massive Schaffung neuer Stellen bei gleichzeitiger Entzerrung (statt immer weiterer Verdichtung) der Arbeitsbelastung überwunden werden könnte, lässt sich gerade die dringend benötigte Verkehrswende – hin zu einem Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs mit vielen hunderttausenden neuen Arbeitsplätzen – als zentrales Element des Klimaprotests verstehen.

An diesem Beispiel zeigt sich: Die Arbeitszeitverkürzung ist Teil eines umfassenden Strukturwandels, der nicht auf Kosten der Beschäftigten vonstatten gehen darf. Es stellt sich die Frage: In was für einer Welt wollen wir leben? Eine Welt, in der unsere Zeit und Arbeitskraft und alle natürlichen Ressourcen dem Profitinteresse einiger weniger kapitalistischer Großkonzerne unterworfen sind? Oder eine Welt, in der eine ausreichende öffentliche Infrastruktur für alle Bereiche der Daseinsvorsorge existiert, organisiert nach den Bedürfnissen der Nutzer*innen und der Beschäftigten?

Diese Frage ist besonders wichtig, weil sie den irrationalen Charakter des Kapitalismus besonders gut entlarvt und uns bildlich aufzeigt, wie viel besser es den breiten Massen an Menschen von heute auf morgen gehen könnte – und wie wir sofortige Schritte im Klimaschutz einleiten könnten. Mit der Perspektive einer nachhaltigen Wirtschaft im Interesse der großen Mehrheit der Menschheit geht so notwendigerweise die Überwindung kapitalistischer Marktmechanismen einher, durchgesetzt durch die Verstaatlichung aller Schlüsselzweige der Industrie, der Energie, des Handels und des Verkehrs, verwaltet durch die Beschäftigten selbst und demokratisch kontrolliert von den Nutzer*innen.

Die gemachten Vorschläge wären ein großer Angriff auf die aktuelle Art des Wirtschaftens. Von dieser profitiert nur eine kleine Minderheit, hingegen käme eine allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit und eine Umorganisierung der Produktion der großen Mehrheit zugute. Wir alle würden von mehr Personal in der Pflege und im öffentlichen Nahverkehr profitieren und hätten alle mehr Zeit, um uns den schönen und angenehmen Dingen im Leben zu widmen. Daher lasst uns am 20. September diese alte Forderung der Arbeiter*innenbewegung aufgreifen und eine radikale Arbeitszeitverkürzung als Teil eines Strukturwandels im Sinne der großen Mehrheit der Bevölkerung fordern.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Klasse gegen Klasse

Gewerkschafter*innen fordern: Für einen offiziellen Streikaufruf für den 20.9.!

Für den 20. September ruft Fridays for Future (FFF) zu einem “globalen Streik” unter dem Motto #AlleFürsKlima auf. Häufig fällt in dem Zusammenhang das Wort vom “Generalstreik für das Klima”. Als Gewerkschafter*innen begrüßen wir den Aufruf von FFF, dass sich die Gewerkschaften und alle Beschäftigten an den Klimastreiks beteiligen sollen.

  1. Der menschengemachte Klimawandel geht uns alle an: Wenn die aktuelle Wirtschaftsweise die Natur zerstört und im schlimmsten Fall große Teile der Erde unbewohnbar macht, ist es unsere Pflicht, gegen die Umweltzerstörung zu kämpfen und einen ökologischen Umbau zu fordern.
  2. Dieser ökologische Umbau darf nicht auf dem Rücken der Arbeiter*innen, der Jugend und der Rentner*innen vollzogen werden. Die größten Klimakiller sind große Industrie- und Handelskonzerne. Sie sollen die Hauptlast tragen. Ökologie und soziale Gerechtigkeit müssen Hand in Hand gehen und dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.
  3. Wir begrüßen den Aufruf von FFF an die Gewerkschaften, weil wir der Meinung sind, dass die Arbeiter*innenbewegung ihre wichtigste Waffe – den Streik – in die Waagschale legen sollte, um die Umstrukturierung zu erzwingen.

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Die Vergesellschaftung des Wohnraums würde dem Klima helfen

Von Lasse Reinboeng, Arbeiter an der Freien Universität Berlin

Jeden Werktag machen sich in Berlin Hunderttausende Menschen quer durch die Stadt auf den Weg zur Arbeit. Ich hab Kolleg*innen, die jeden Tag 2 Stunden im Auto verbringen um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen. Das produziert Tonnen an CO2. Viele prekär Beschäftigte müssen weit draußen wohnen, weil sie sich die Mieten in der Stadt nicht leisten können. Das gilt auch für die vielen Kolleg*innen an landeseigenen Krankenhäusern und Unternehmen.

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BVG-Streik ist Klimastreik!

Gestern haben wir, Busfahrer*innen bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), gestreikt. Heute streiken unzählige Schüler*innen auf der ganzen Welt für wirksamen Klimaschutz. Auch in Berlin findet ein Schulstreik #FridaysForFuture statt.

Auf dem ersten Blick mögen diese beiden Proteste nichts miteinander zu tun haben. Doch wir sagen: BVG-Streik ist Klimastreik! Klimastreik ist BVG-Streik!

Wir streiken für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen im größten Nahverkehrsunternehmen in Deutschland. Seit Jahren ist unser Betrieb kaputtgespart worden. Darunter leiden die Fahrgäste genauso wie wir Beschäftigte.

Um die drohende Klimakatastrophe noch abzuwenden, müssen wir den Ausstoß von CO2 schnell und radikal senken. Das beste Mittel dafür: Möglichst viele Menschen müssen von PKWs auf Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen umsteigen. Doch das wird kaum gelingen, wenn die Züge wegen Personalmangels ständig ausfallen.

Wir würden auch weitergehen: Wir müssen den Nahverkehr deutlich ausbauen, und viel mehr Personal einstellen. Dafür braucht es auch ordentliche Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Wir brauchen einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr, finanziert durch die Besteuerung der Banken und Konzerne.

Das wäre etwas, was sich sofort machen ließe, um den CO2-Ausstoss sehr schnell zu verringern. Und dafür kämpfen wir mit unseren Streiks.

Wir schicken solidarische Grüße an die Schüler*Innen, die heute auf die Straße gehen. Wir freuen uns, dass sie das Kampfmittel des Streiks gewählt haben. Sie streiken für unsere Zukunft. Wir werden selbst auch dabei sein, sofern das unsere Schichten zulassen.

Hin zu politischen Streiks!

Neben der TV-L Runde stehen auch bei der BVG aktuell Tarifverhandlungen an. Am Dienstag sind bereits mehrere Tausend Erzieher*innen und Beschäftigte der Hochschulen in den Streik getreten. Auch bei der BVG brodelt es gewaltig unter den Kolleg*innen, sodass es auch dort demnächst zu Streiks kommen könnte. Doch damit diese Kämpfe erfolgreich sind, müssen sie zusammengeführt werden. Einerseits für mehr Lohn, für konkrete Verbesserungen unserer aktuellen Lebenssituation, andererseits müssen wir aber auch gegen eine Politik kämpfen, die seit Jahren Lohndumping, Outsourcing, Befristungen usw. ermöglichten.  In beiden Fällen gibt es permanente Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten, diese äußern sich in der Tatsache, dass der Gleiche Senat die Finanzhoheit beider Seiten ausübt. Sparzwänge, die es gegeben hat, müssen gemeinsam angegangen und beseitigt werden, insbesondere die Frage warum wurde und wird gespart.  Gegen diese Politik müssen wir gemeinsam Stellung beziehen sowie  den Kampf für Veränderungen aufnehmen.  

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Die Merkel-Frage

In Funk und Fernsehen ist die Merkel-Frage nun rund um die Uhr aktuell. Es ist aber für unsereins relativ unbedeutend, wer die*der nächste Landeshäuptling wird.

2017 betrug das Vermögen der Superreichen weltweit 8,9 Billionen US-Dollar. In Deutschland wuchs es von 2012 bis 2017 von 1,7 auf 2,6 Billionen US-Dollar! Und die Zahl der Milliardär*innen ist im Land auf 123 angewachsen.

Die Zahl der Minijobber*innen, Leiharbeiter*innen sowie derer, die trotz Arbeit zu den „Aufstocker*innen“ zählen, u.v.a.m. hat sich in den letzten zehn Jahren etwa verdoppelt. 2,5 Millionen Kinder leben in Armut. Wohnungsnot, explodierende Mieten, katastrophale Bedingungen im Gesundheits- und Bildungswesen.

Hier ist die BVG nicht auszunehmen, trotz des Vorstandsgeschwafels: „Kundinnen und Kunden begeistern, ein Top-Arbeitgeber zu sein“! (Danksagungsflyer des BVG-Vorstandes 2016).

Und die Zahl derer, die gegen diese Zustände sich wehren und gegen dieses System auf die Straße gehen, wird immer größer werden!

Auf zum 12-Stunden-Tag!

So könnte eine der nächsten Überschriften in verschieben Boulevardblättern hier bei uns in Deutschland zu lesen sein.

In Österreich ist seit dem 5. Juli – dank der Koalition aus konservativer ÖVP und der rechten FPÖ – der 12-Stunden-Tag in Verbindung mit der 60-Stunden-Woche bereits Gesetz. Dies nahm der bayrische CSU-Wirtschaftsminister Pschierer sofort zum Anlass und forderte in einer Landtagsdebatte am 10. Juli die Einführung des 12-Stunden-Arbeitstages in Bayern.

Nun muss man kein Allwissender sein, um Schlussfolgerungen für jedes Bundesland zu ziehen, denn es dürfte bekannt sein, dass konservative Vorschläge bei dem einen oder anderen Politiker, welchen Lagers auch immer, Gehör finden.

Zumal es in der Vergangenheit und Gegenwart enge Zusammenarbeit zwischen der FPÖ und der AfD gibt, ist dieses Projekt zur Arbeitszeitverlängerung zugunsten der Bosse für die deutsche Zukunft wahrscheinlich.

Das zeigt, dass diese „alternativen“ Typen gegenüber den Arbeiter*innen auch „ihrer eigenen“ Bevölkerung genauso hart und unsozial sind, wie sie es beim Thema „Geflüchtete“ vorexerzieren.

Im Übrigen sind nicht die Geflüchteten schuld, dass es in Deutschland Sozialabbau, Niedriglöhne, Minijobs, steigende Mieten und immer mehr Arbeitshetze gibt, sondern eben solche ach-so-deutschen Leute wie Pschierer.

Nun gut, der DGB Bayern hat schon mal in Worten gegen diese Vorstellung des 12-Stunden-Arbeitstages protestiert – ein Streik in ganz Deutschland wäre jedoch ein viel besseres Zeichen!

Aber auch gut, dass es immer mehr Menschen in der Gesellschaft gibt, die langsam aufwachen. So fand in Berlin am 13. Oktober eine Riesen-Demo gegen Rechtsentwicklung, Mietexplosion und sozialen Niedergang mit fast einer Viertelmillion Menschen statt. #Unteilbar standen aktive Kolleg*innen aus zahlreichen Betrieben und verschiedenste Menschen zusammen gegen Sozialabbau und rechte Hetze.

Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / Flickr / Creative Commons

PM: Brief der Fahrer*innen

Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) – Fahrer*innen haben genug

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Anschreiben-Brief-der-Fahrer_innen

Brief-der-Fahrer_innen-18-09-11

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Berlin, 11. September 2018

Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv
bei den Berliner Verkehrsbetrieben
www.verdi-aktiv.de

P R E S S E M I T T E I L U N G

Ein Brief der Fahrer*innen fordert radikale Veränderungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG)

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