Kategorie-Archiv: Solidarität

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Die Harten vom Garten

Wir kennen das Problem: Viele von uns, die bei der landeseigenen BVG arbeiten, sind bei Tochter- und Fremdfirmen beschäftigt – zu verschiedenen Tarifverträgen. Beim Botanischen Garten, der an die Freie Universität angeschlossen ist, gilt eigentlich der TV-L. Aber durch eine Tochterfirma mit 70 Beschäftigten (und vier GeschäftsführerInnen!) unterbindet man auch hier die Tarifeinheit.

Die Kolleg*innen der „BG BGBM“ setzen sich gegen die Schlechterstellung ein, während Senat und FU-Leitung jetzt teilweise die Arbeit (trotz Mehrkosten!) fremdvergeben wollen. Damit wollen sie Betriebsräte loswerden und den Widerstand brechen.

Beim letzten Warnstreik hat Wolfgang, Lichtenberger Busfahrer und bei ver.di aktiv, eine Solidaritätsrede gehalten. Aber was können wir noch tun, um die botanischen (ver.di-)Kolleg*innen zu unterstützen und die beschäftigten- und gewerkschaftsfeindliche Politik der öffentlichen Hand zu durchkreuzen?

Foto: Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht

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Rede beim Schulstreik: Solidarität statt Konkurrenz!

von Aimo Belling, Zugfahrer

Liebe Schülerinnen und Schüler! Liebe Studierende! Liebe Kolleginnen und Kollegen, egal welcher Herkunft!

Ich möchte euch die solidarischen Grüße meiner Gruppe übermitteln, der Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv bei der BVG.

Ich möchte nicht groß über Vergangenheit und Gegenwart reden, über Niedriglöhne, Entlassungen, befristete Arbeitsverträge, Leiharbeit, prekäre Arbeitsverhältnisse, steigende Steuern, steigende Mieten, Armutsrenten, Bildungsmisere, Wohnungsnot, Jugendarbeitslosigkeit, Waffen­export, Auslandseinsätze, die Rolle deutscher Konzerne in der Welt, und so weiter und so weiter… Ihr seid die Jugend, hier demonstriert heute die Jugend, und deshalb will ich auf die Zukunft schauen.

Es ist gut, sehr gut, dass ihr hier gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Politik und Gesellschaft demonstriert. Es ist gut, dass ihr streikt, gegen die Entrechtung unserer geflüchteten KollegInnen. Ich finde das vorbildlich!

Nicht ohne Grund verbietet der deutsche Staat uns Lohnabhängigen den politischen Streik. Nicht ohne Grund hat die Politik dieses Jahr nicht nur massiv das Asylrecht, sondern auch das Streikrecht eingeschränkt. Denn der Streik ist das stärkste Machtmittel der Arbeiterklasse, er legt die Hand an das Heiligste dieser Gesellschaft: an den Profit.

Ein massiver Generalstreik könnte nicht nur das Lager- und Abschiebesystem zusammenbrechen lassen, sondern der Verschlechterung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse insgesamt Einhalt gebieten.

Aber die organisierten Beschäftigten haben auch noch andere Mittel zur Verfügung: Meine Gewerkschaft ver.di gehört nicht ohne Grund zur Internationalen Transportarbeiter-Föderation. Wer kann besser Abschiebungen verhindern, als Beschäftigte im Flugverkehr? Wie wäre es, wenn die Besatzungen der Schiffe auf den sieben Weltmeeren ihre kämpferischen, internationalistischen Traditionen wieder aufleben lassen und Flüchtende an Bord der Schiffe nehmen um sie vor den tödlichen Fluchtwegen zu bewahren, auf die sie die Regierungen der reichen Länder zwingen? Eine Kampagne für solche Aktionen ist längst überfällig.

Zwei wichtige Probleme will ich dazu noch ansprechen:

Erstens: Es ist eine Lüge, dass es ein gemeinsames nationales Interesse von uns und unseren Bossen geben würde. Diese schädliche Ideologie, überall gepredigt, in den Schulen und auch in den Medien, reicht mit ihrem Einfluss bis in die Arbeiterorganisationen hinein.

Zweitens: „Geflüchtete“, „Refugees“, „Flüchtlinge“. Das sind nicht die Objekte unserer wohlmeinenden Politik. Es muss klar sein, dass jede geflüchtete Kollege und jede geflüchtete Kollegin ein selbstständiges politisches Subjekt ist.

Es ist also zentral, dass wir gemeinsam für unsere gemeinsame Zukunft kämpfen!

Zwei Themen scheinen mir dafür zu Zeit entscheidend: Arbeit und Wohnen.

Wir brauchen allgemeine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnerhalt, zur Schaffung von ausreichend guter Arbeit für alle! Und wir brauchen eine schnelle Beseitigung der Wohnungsnot durch die Enteignung der ImmobilienspekulantInnen und ein massives staatliches Wohnungsbauprogramm. Eine solche Kampagne aufzubauen hat großes Potential – auch großes antirassistisches Potential.

Es muss wieder klar werden, was in diesem Land schon viel zu lange vergessen ist:

Die Arbeiterklasse ist eins und ohne Grenzen!

Schulstreik am 19. November. Foto: Klasse Gegen Klasse

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Streikwelle in Deutschland: Solidarität untereinander mangelhaft!

Das Jahr des Tarifeinheitsgesetzes, welches am 22. Mai vom Bundestag verabschiedet wurde, ist gekennzeichnet von Arbeitskämpfen in unterschiedlichen Branchen.
Bei der Charité in Berlin haben die KollegInnen Ende April erstmals in einem deutschen Krankenhaus gestreikt, um personelle Mindeststandards per Tarifvertrag zu erreichen. Im Sozial- und Erziehungsbereich gehen die KollegInnen seit Wochen auf die Straße, um eine neue Eingruppierung durchzusetzen. Dies würde eine Steigerung der Gehälter um etwa zehn Prozent bedeuten.
Die GDL kämpft seit Monaten für einen Tarifvertrag für alle ihre Mitglieder. Neben einer Begrenzung von Überstunden und längeren Schichtpausen fordert die GDL auch eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde bei vollem Lohnausgleich.
Bei der Deutschen Post AG fordert ver.di neben Lohnerhöhung eine Arbeitszeitverkürzung um zweieinhalb Stunden mit vollem Lohnausgleich. Die KollegInnen im Nahverkehr (Bus) in Brandenburg haben unter anderem auch durch Streik ihre Lohnforderungen durchgesetzt.
Die Gewerkschaften versuchen mit all diesen Arbeitskämpfen die Tarifflucht zu verhindern und prekäre Beschäftigung zurück zu drängen. Sie kämpfen für eine Arbeit, von der man leben kann und die nicht krank macht.
Obwohl alle Konflikte einen gemeinsamen Kern haben, ist die Einheit und Solidarität untereinander mangelhaft! Die GDL wird von keiner der DGB-Gewerkschaften unterstützt. Das Tarifeinheitsgesetz konnte den Bundestag passieren, weil die Spitzen der DGB-Gewerkschaften untereinander nicht einig waren, obwohl es dazu einen Beschluss gab. Diese Konflikte untereinander schwächen die Einheit und Solidarität und damit auch die Durchsetzungsfähigkeit der Gewerkschaften. Wer profitiert von diesen Konflikten? Nicht die ArbeiterInnen, sondern die Arbeitgeber, die noch mehr Profite ernten.
ver.di ist gegründet worden, um aus fünf Gewerkschaften eine starke zu machen. Bisher hat es eher den Anschein, als hätten wir uns in dreizehn zersplittert. Von Solidarität mit anderen Gewerkschaften, egal ob innerhalb oder außerhalb des DGB, ganz zu schweigen.
Es muss für uns alle klar sein: Solange wir die Einheit und die Solidarität untereinander nicht stärken, werden wir nur zusammen verlieren!

Foto: Jonas Priester / Flickr / Creative Commons.

Hände weg vom Streikrecht!

Solidaritätserklärung mit den streikenden Kolleg*innen beim DB Konzern

Wir erklären unsere Solidarität mit dem Arbeitskampf unserer Kolleg*innen bei der S-Bahn und der gesamten DB, die dem Streikaufruf der GDL folgen. Dieses Recht des Arbeitskampfes ist grundgesetzlich verbrieft und darf nicht geschleift werden.

Die Verantwortung für den Streik tragen die Bundesregierung und der Bahnvorstand.

Die Forderungen nach Lohnerhöhung, Arbeitszeitverkürzung und einer Begrenzung von Überstunden sind gerechtfertigt.

Da die Forderungen nicht kampflos erfüllt werden, bleibt den Beschäftigten nur der Arbeitskampf! Dies ist aktuell im Bereich der Erzieher*innen ebenfalls zu sehen. Wenn die Klasse, die die meisten materiellen Werte dieser Gesellschaft schafft, also Arbeiter*innen und Angestellte, ihre Interessen vertreten will, dann muss sie sich laut Gehör verschaffen.

Bei eurem Kampf geht es aber auch um das Tarifeinheitsgesetz, einem Versuch der Bundesregierung unter Andrea Nahles (SPD) die Tarifautonomie gesetzlich einzuschränken. Die Tarifeinheit darf aber nicht von der Regierung diktiert werden, sondern muss im Betrieb von den Beschäftigten gemeinsam entwickelt werden.

Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will!

Die Grundlage der Gewerkschaftsbewegung ist die Solidarität!

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„Das ist unser Streik!“ Filmvorführung über den Neupack-Streik

Neun Monate Streik beim Hamburger Verpackungshersteller Neupack – die erste Filmvorführung in Berlin!

Neun Monate lang streikten sie für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne: ArbeiterInnen des Hamburger Unternehmens Neupack machten im Winter 2012/2013 bundesweit Schlagzeilen. Es war einer der längsten und härtesten Arbeitskämpfe der letzten Jahrzehnte in Deutschland.

Während des Streiks produzierte der Solidaritätskreis für die Neupack-Streikenden einen Dokumentarfilm. Er zeigt die Auseinandersetzungen der streikenden Belegschaft mit der Geschäftsführung und mit StreikbrecherInnen, aber auch mit der eigenen Gewerkschaftsleitung. In Interviews werden die harten Arbeitsbedingungen bei Neupack geschildert, Szenen aus dem Streikalltag und den politischen Diskussionen gezeigt.

Der Berliner Solidaritätskreis für die Beschäftigten von Amazon zeigt den Dokumentarfilm „Das ist unser Streik“ zum ersten Mal in Berlin. Anschließend wollen wir gemeinsam mit solidarischen AktivistInnen und ArbeiterInnen verschiedener Betriebe über die Wichtigkeit von Solidarität diskutieren und gemeinsam Lehren für die harte Auseinandersetzung bei Amazon ziehen.

Die Filmvorführung findet im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages gegen Neupack statt, initiiert von der Initiative aktion./.arbeitsunrecht.

Freitag, 13. März, 19 Uhr

im ver.di-Haus, Raum 6.05 (6. Etage), Köpenicker Straße 30, 10179 Berlin

Amazon-Solikreis

veranstaltet vom Berliner Solidaritäts­kreis für die Beschäftigten von Amazon

Event auf Facebook

Brot und Rosen: ErzieherInnen-Streiks

Streiks von ver.di, GEW und KOMBA/gkl stehen bevor: In den für uns alle so wichtigen Sozial- und Erziehungsdiensten (KiTas u.a.) geht es um Wertschätzung – materiell und ideell Als klassischen Frauenberufen fehlt es hier daran nämlich sehr. Eigentlich sollten wir Gewerkschaften einen „Elternstreik“ organisieren, der beweist, was die KollegInnen wert sind! Bei Amazon in Hersfeld diskutieren sie schon darüber.

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Unterstützen wir die Kampagne gegen Befristungen bei Amazon Brieselang (BER3) !

und handeln wir zugleich gegen die Befristungspraxis bei der BVG!

Antrag zum Betriebsgruppenvorstand (BGV) der BVG am 21. Januar 2015

Die Auseinandersetzung bei Amazon ist derzeit die wichtigste Auseinandersetzung der Gewerkschaft, deren Ausgang das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit für die nächste Zeit bestimmen wird. Wie der Vorsitzenden unserer Gewerkschaft, Koll. Frank Bsirske zuletzt auch presseöffentlich richtigerweise noch einmal wiederholt hat, geht es bei Amazon um Grundsätze. Es geht darum, ob ein Konzern die Ausbeutungsbedingungen gegen den Widerstand der Beschäftigten durchsetzen und einer der größten Gewerkschaften ihre Bedingungen diktieren kann. Kurz: Es geht bei Amazon auch darum, öffentlich zu zeigen, was die Gewerkschaft überhaupt noch wert ist. Gewinnt das „System Amazon“, indem der Konzern den Einzelhandelstarifvertrag abwenden kann, wird dies ein verhängnisvolles Signal sein. Es wird jedoch umso mehr ein positives Signal sein, wenn die KollegInnen von Amazon ihren Kampf gewinnen. Dafür ist es jedoch nötig, dass ver.di als Organisation handelt. Besonders die mitgliederstarken Regimenter von ver.di, wie wir bei der BVG noch eines sind, müssen in die Schlacht eintreten, wenn wir sie gewinnen wollen. Unserem Gerede von Solidarität müssen Taten folgen, wenn wir für die Arbeitnehmer in diesem Land ein Bezugspunkt sein wollen.
Beim Amazon-Logistikzentrum BER 3 in Brieselang bei Berlin wurden zum Jahreswechsel, zum 10. Jahrestag der Hartz-Reformen, fast 1000 KollegInnen rausgeschmissen. 36 KollegInnen haben unbefristete, etwa 250 andere „Glückliche“ neue ein- bis sechsmonatige Befristungen erhalten. Auch ein aktives Ersatzmitglied des Betriebsrats wird Ende Januar aus dem Betrieb entfernt. Zynischer weise wird bereits jetzt von der Geschäftsleitung nach neuen Arbeitskräften gesucht. Die wenigen KollegInnen, die offen als Mitglieder unserer Gewerkschaft arbeiten, haben eine Kampagne gegen die Befristungspraxis gestartet „Wir wollen bleiben!“.
Auch wir als Betriebsgruppe haben der Kritik an befristeten Arbeitsverhältnissen, die sogar bei uns als Anstalt öffentlichen Rechts grassieren, in letzter Zeit viel Raum gegeben. Bei vielen Personalversammlungen wurde das Thema Befristungen behandelt oder sogar an die erste Stelle gesetzt.
Bereits 2011 haben wir wegen des Streiks bei der Charité, bzw. der CFM und Alpenland Verteilungen von Solidaritätsflugblättern organisiert. Die Betriebsgruppe sollte dies jetzt auf verstärkte Weise wiederholen und die Kampagne „Wir wollen bleiben“ durch die Verteilung von Flugblättern unterstützen. Dabei könnten wir nebenbei auch den Einsatz befristeter Arbeitsverhältnisse insgesamt und bei der BVG kritisieren und so einen Bogen schlagen, von der Auseinandersetzung unserer Gewerkschaft bei Amazon zu unser Lebensrealität und der unserer Fahrgäste. Das könnte:

  • die Kampagne gegen Befristungen bei Amazon entscheidend stärken;
  • den Kampf für den Einzelhandelstarifvertrag bei Amazon voranbringen;
  • den Druck auf unseren BVG-Vorstand erhöhen, um die derzeitige Befristungspraxis zu beenden;
  • den KollegInnen insbesondere im Fahrbetrieb zeigen, dass ver.di etwas wert ist, sie aber auch zur Beteiligung führen!

Berlin, 19. Januar 2015

Antragsteller: Jens Peter Paschke Wolfgang Wendt Erdoğan Kaya

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Gemeinsam gegen Rassismus kämpfen!

Auch Geflüchtete sind Kolleginnen und Kollegen: Holt sie in die Gewerkschaften hinein!

Veranstaltung am Mittwoch, den 3. Dezember, um 18 Uhr im IG-Metall-Haus, Alte Jakobstraße 149, Berlin

// English below //

Am 25. September besetzte die Gruppe Refugee Struggle for Freedom gemeinsam mit solidarischen Aktivisten und Aktivistinnen das Berliner DGB-Haus. Eine ihrer Hauptforderungen ist die Aufnahme in die Gewerkschaften. Davon erhoffen sie sich, gemeinsam mit ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen für ihre rechtliche Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen.

Die Stellungnahme der Gewerkschaftsbürokratie war zögerlich, aber deutlich. Am 2. Oktober ließ sie die Gruppe durch die Polizei räumen. Was folgte, waren Anzeigen anstatt solidarischer Unterstützung.

Die Geflüchteten verstehen sich als Teil der Arbeiterklasse, der lohnabhängig Beschäftigten. Aus ihren Staaten sind sie wegen Diktatur, Krieg, und Krise geflohen – verantwortlich dafür ist das kapitalistische Gesellschaftssystem. Europa schottet sich mit der europäischen Grenzagentur Frontex und einer rigiden Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik, die in dem Vertragswerk Dublin II und III festgelegt ist, ab. Dort ist festgelegt, wer nach Europa – also auch nach Deutschland – gelangen und sein/ihr Grundrecht auf Asyl wahrnehmen darf und wer nicht.

Die zunehmende Flüchtlingsbewegung macht deutlich: Die Zahl der vor Diktatur, Krieg und sozialer Verelendung fliehenden Kolleginnen und Kollegen wird nicht versiegen. Aber auch die Beschäftigten hierzulande haben immer mehr mit Prekarisierung und schlechten Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Dabei dürfen wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen. Wir müssen lernen, zusammen zu kämpfen und die Ursachen von Flucht und Vertreibung dort, Verelendung und Prekarisierung hier, zusammen zu denken und zu beseitigen!

An dieser Stelle ist eine kämpferische Gewerkschaft, die mit ihrem Standortdenken und der Sozialpartnerschaft bricht, nötiger denn je.

In Hamburg gab es bereits erste Ansätze hin zum gemeinsamen Kampf, als einige Kolleginnen und Kollegen von ver.di die 300 Lampedusa-Flüchtlinge in ihre Reihen aufnahmen. Die Mitgliedschaft wurde zwar von der ver.di-Führung suspendiert – aber die Auseinandersetzung darum geht weiter.

Wir wollen den Kampf der Refugees in den Einzelgewerkschaften diskutieren und wir wollen praktische Solidarität organisieren.

Nach unserem Verständnis müssen wir die Grenzen, die durch Herkunft, Glauben oder Geschlecht gesetzt wurden, in der Arbeiterklasse überwinden. Das bedeutet für uns internationale Solidarität!

Wir fordern von unseren Gewerkschaften und ihren Führungen

  • Den Einsatz für volle und gleiche Rechte aller hier lebenden Kolleginnen und Kollegen: egal ob aus- oder inländisch, oder vor Bürgerkrieg, Krieg und Despotie in ihren Ländern nach Deutschland geflohen!
  • Sofortige Rücknahme aller Anzeigen von der Räumung des DGB-Hauses am 2.Oktober in Berlin!
  • Die Aufnahme der geflüchteten Kollegen und Kolleginnen in die Gewerkschaften!
  • Die Lage der Geflüchteten in Betriebsversammlungen und Vertrauensleute-Sitzungen zu thematisieren und für ihre Unterstützung zu werben. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat die GEW Berlin als Antwort auf diese Räumung getätigt, als sie sich mit dem Kampf der Refugees und ihren Forderungen solidarisiert hat.

Wir wollen auch die anderen Gewerkschaften für diese Ziele gewinnen und bei bei der Veranstaltung darüber reden:

  • wie wir eine Mitgliedschaft von Refugees in den Gewerkschaften erreichen können.
  • wie die offiziellen Stellungnahmen der DGB Gewerkschaften zur Asylpolitik umgesetzt werden können.
  • und was wir selbst als aktive Gewerkschafter_innen tun können.

Wir laden Euch deshalb recht herzlich zu einer Veranstaltung ein: „Geflüchtete in die Gewerkschaften!“

Mit:
- Lampedusa in Hamburg
- Peter Bremme (ver.di Hamburg*)
- Rainer Hansel (GEW Berlin)
- Refugee Struggle for Freedom
- Anna Basten, (ver.di AK undokumentierte Arbeit)
- Turgay Ulu (Geflüchteten-Aktivist, Berlin)
*Angabe dient zur Kenntlichmachung der Person

Unterstützt u.a. von: AK Internationalismus der IG Metall, BVG-Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv, Bündnis Refugee Schul- und Unistreik

Mittwoch, 3. Dezember, 18 Uhr
IG-Metall-Haus, Alte Jakobstraße 149
U-Bhf Hallesches Tor, Berlin
Event auf Facebook


Let‘s fight racism!

Refugees are colleagues as well, bring them into the unions!

On 25th of September, the group Refugee Struggle for Freedom and activists occupied the regional headquarters of the DGB (German trade union confederation) in Berlin. One of the refugees‘ central demands is getting access to trade union membership. They hope to struggle together with their German colleagues for achieving legal equality in the labour market.

The trade union bureaucracy‘s response has been hesitant but clear: On 2nd October they called the police to evict the group. What followed in the aftermath were criminal charges instead of solidarity.

The refugees see themselves as a part of the working class, of those who depend on wage labour. They fled from their countries because of dictatorship, wars, and crisis – results of the capitalist system of our society. This system nowadays controls who is allowed to enter Europe with the help of Frontex, a European border control agency, directed by a rigid immigration- and asylum policy, that is stated in the treaties of Dublin II and III. Based on this, the decision is made and implemented who is allowed or denied the human right to asylum and enter Europe or respectively Germany.

The growing number of people seeking asylum shows: The number of colleagues fleeing from wars, dictatorship and misery will not decrease. At the same time the workers in Germany are facing an increase of precarious work and bad working conditions. We can‘t let ourselves be played of against each other. We have to learn to think and fight together against the causes of flight and expulsion in some countries and of impoverishment and precarisation in other countries.

At this point a combative trade union is needed more then ever, which means breaking with national corporatism for the sake of competitiveness and social partnership.

In Hamburg we have seen first attempts towards a joint struggle when colleagues from ver.di (German service union) made it possible for 300 refugees from Lampedusa to enter their ranks. Though this decision has been overturned by the leadership of ver.di the struggle continues! What we want to do is bringing the refugees‘ struggle into the member unions of the DGB and organise practical solidarity.

Our understanding of trade union includes overcoming the divisions of the working class that are constructed along nationalities, gender or religious believes, that‘s what international solidarity means to us.

We demand of our unions and their leadership:

  • Engagement for complete and equal rights for all colleagues living in Germany, independent of their nationality and also for those colleagues who had to flee from civil wars, wars and despotism in their home countries.
  • Drop all legal charges resulting from the eviction from the DGB in Berlin on 2nd October!
  • Access of refugee colleagues to trade union membership!
  • Information and Discussion rounds about the situation of refugees during workplace assemblies, trust people‘s meetings, union meetings (A first step in that direction had been undertaken by the GEW (trade union for education and science) Berlin, that showed solidarity with the refugees‘ demands as a reaction to the eviction.)

We want to win other unions to also support our aims and we need to discuss:

  • How the membership of refugees in unions can be achieved
  • How the decisions of the DGB unions concerning asylum policies can be put into practice
  • What we, trade union activists, can do ourselves

Therefore we cordially invite all of you to join the discussion and participate in our event: „Refugees into the unions!“

With:
- Lampedusa in Hamburg
- Peter Bremme (ver.di Hamburg*)
- Rainer Hansel (GEW Berlin)
- Refugee Struggle for Freedom
- Anna Basten, (ver.di AK undokumentierte Arbeit)
- Turgay Ulu (Refugee-Activist, Berlin)
* position only mentioned to identify the person

AK Internationalismus der IG Metall, BVG-Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv, Bündnis Refugee Schul- und Unistreik

Wednesday, December 3, 6:00 PM
IG-Metall-Haus, Alte Jakobstraße 149
U-Bhf Hallesches Tor, Berlin
Event on Facebook

Streiks bei Amazon!

Der Streik bei Amazon scheint schon ewig zu gehen. Aber aufgepasst: Was sich dort abspielt ist ein Machtkampf zwischen Gewerkschaft und einem multinationalen Konzern, dessen Ergebnis Folgen für uns Alle hat. Kriegt Amazon die KollegInnen von ver.di klein, ist das ein Schlag gegen alle, denn andere Konzerne werden ermuntert werden, ihre Beschäftigten stärker auszubeuten.
Gewinnt aber unsere Seite, zeigt das, dass man mit den ArbeiterInnen nicht einfach umspringen kann, wie es einem passt, sondern dass sie eine Macht sind. Es geht ums Prinzip! Um in dieser Schlacht zu siegen, muss ganz ver.di zusammenstehen. Auch wir im Nahverkehr müssen tätig werden!

Geflüchtete Kolleginnen und Kollegen…

…sind ArbeiterInnen wie wir, die allerdings ihrer grundlegensten Rechte beraubt sind. Ihre Heimatländer werden von den Banken und Konzernen der reichen Länder geplündert, von korrupten Diktaturen beherrscht und mit Krieg überzogen. Weil sie keine Arbeit haben, von der sie überleben können, verlassen sie die Heimat. Hierzulande aber werden ihre Fluchtgründe in Frage gestellt: Die KollegInnen werden von der Gesellschaft abgeschottet und sind oft zur illegalen Arbeit gezwungen.
Einige der geflüchteten KollegInnen halten diese Zustände nicht mehr aus, sie kämpfen für ihre Rechte. Nur wenige konnten bisher Gewerkschaftsmitglied werden, denn einige BürokratInnen wollen mit den armen Schluckern nichts zu tun haben. Aber Gewerkschaft heißt Solidarität: Geflüchtete haben sich z.B. mit den Osram-KollegInnen und den Amazon-Streikenden solidarisiert. Denn sie wollen auch ein gutes Leben mit guter Arbeit. Die Hetze gegen die „Sozialschmarotzer“, „Armutsflüchtlinge“ usw. ist ausschließlich im Interesse der deutschen Eliten, z.B. den reichsten Zehn Prozent in diesem Land, die schon fast 65% des Nettoprivatvermögens in ihren Händen halten. Wir ArbeiterInnen müssen zusammenhalten – egal woher wir kommen. Komm zur Veranstaltung am 26. November!

gdl

Solidarität mit den S–Bahn-KollegInnen!

Eine kleine Gruppe von ver.di aktiv hat am 19.10.14 die streikenden Kolleginnen und Kollegen am Ostbahnhof besucht und mit ihnen über den Stand der Verhandlungen unterhalten. Die Erfahrungen aus dem BVG’er Streik vom 2008 wurden ausgetauscht.
Wir wünschen den Kolleginnen und Kollegen von der Deutschen Bahn und S-Bahn viel Erfolg! Denn ihr Erfolg ist unser Erfolg!

Die Solidaritätserklärung von ver.di aktiv